Das Wichtigste über BAB – Berufsausbildungsbeihilfe


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Du hast einen tollen Ausbildungsplatz angeboten bekommen, aber er ist weit vom Zuhause Deiner Eltern entfernt? Du hast bereits Kinder und Dein Ausbildungsgehalt reicht nicht, um sie zu ernähren?

Hilfe gibt es bei der Agentur für Arbeit. Hier können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Diese staatliche Förderung auf Grundlage des Arbeitsförderungsgesetzes des SBG III ist dazu da, finanziell schlechter dastehende Auszubildenden zu unterstützen. Dies ist vor allem für Auszubildende, die nicht im Elternhaus leben können, weil dies zu weit von der Ausbildungsstätte entfernt ist und Auszubildende mit Kindern interessant.

Über Berufsausbildungsbeihilfe

Das BAB beträgt maximal 512 Euro und wird aus verschiedenen Faktoren berechnet. Um es zu erhalten, muss ein Antrag bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. Es wird für maximal 18 Monate bewilligt, anschließend muss ein neuer Antrag eingereicht werden. Berechnet wird BAB aus dem eigenen Einkommen, sowie dem der Eltern. Hierbei gibt es bestimmte Freibeträge, die abgezogen werden, da sie z.B. den Lebensunterhalt der Eltern sichern. Der Grundbedarf des Auszubildenden, der gesichert werden soll, wird mithilfe von monatlichen Fixkosten wie Miete, Arbeitskleidung, Fahrtkosten und Heimreisen berechnet. Einkommenssumme und Grundbedarf werden gegengerechnet, die Differenz wird vom BAB übernommen. Klingt kompliziert? Hier findest Du den BAB-Rechner, um einfach und schnell zu prüfen, ob auch Du Anspruch auf BAB hast: http://babrechner.arbeitsagentur.de/ Gefördert wird übrigens nur, wer keine andere Leistungen (bspw. aus dem BVG) erhält.

Wer wird gefördert?

BAB wird nur für die erste staatlich anerkannte Berufsausbildung und für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen bewilligt. Auch muss ein Arbeitsvertrag vorliegen. Wichtig ist, BAB frühzeitig zu beantragen, da es maximal ab dem Monat gewährt wird, in dem der Antrag eingegangen ist. Rückwirkende Zahlungen sind ausgeschlossen. Nur, wer die Vollzeitschulpflicht nach dem jeweiligen Landesrecht erfüllt hat, kann BAB beantragen.

Grundsätzlich steht BAB allen deutschen Bundesbürgern zur Verfügung, ebenso wie Ausländern mit Daueraufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis. Sprich mit Deiner Beratungsfachkraft, falls Du Dir unsicher bist, ob Du BAB beantragen kannst.

Und wenn sich etwas ändert?

Falls sich an den Einkommen der Eltern etwas grundlegend geändert haben sollte (durch Arbeitslosigkeit oder Renteneintritt) kann ein sogenannter Aktualisierungsantrag gestellt werden, der eine Neuberechnung vorsieht. Allerdings kann dieser nicht zurückgezogen werden. Falls bei der Neuberechnung eine verringerter Anspruch offenbart wird, so müssen ggf. Leistungen zurückgezahlt werden. Sollte der Auszubildende vorzeitig aus der Ausbildung aussteigen, muss dies ebenfalls sofort mitgeteilt werden.

Und wenn ich nicht BAB-Berechtigt bin?

Wer kein BAB bewilligt bekommen hat, weil es „dem Grunde nach“ nicht zusteht (bspw. wegen einer zweiten Ausbildung), der kann Wohngeld beantragen. Für alle anderen bleibt nur die Option, sich einen Nebenjob zu suchen. Dieser muss dann dem Ausbildungsbetrieb gemeldet werden, er darf aber nur untersagt werden, wenn Du für ein Konkurrenzunternehmen tätig bist oder Deine Ausbildung durch die Ausübung gefährdet ist.

Weitere Informationen: http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Ausbildung/FinanzielleHilfen/Berufsausbildungsbeihilfe/index.htm
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