Gewerkschaften


© wavebreakmedia / shutterstock.com
Was genau macht eigentlich eine Gewerkschaft und macht es Sinn, dort einzutreten? Diese Frage sollte sich jeder Auszubildende stellen, denn gerade in Krisensituationen sind Gewerkschaften eine mögliche Anlaufstelle. Einer ihrer Grundsätze ist Solidarität, also der Zusammenhalt innerhalb der Gewerkschaft.

In Deutschland haben Gewerkschaften eine lange Tradition, schon 1848 wurde die erste Gewerkschaft gegründet. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden alle bisherigen Gewerkschaften aufgelöst, 1949 wurde der Deutsche Gewerkschaftsbund gegründet. Sie haben es sich zum Ziel gemacht, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, wobei mehr Lohn, verkürzte Arbeitszeiten und Gleichstellung von Mann und Frau einige der Kernforderungen sind. Außerdem setzen sich Gewerkschaften für Benachteiligte wie Erwerbslose, Behinderte und Rentner besonders ein. Sie sind zwar keiner Partei zugeordnet, nehmen jedoch teilweise großen Einfluss auf regionale und europaweite Politik.

Gewerkschaften werden oft im Kontext von Streikaufrufen oder Tarifverhandlungen erwähnt. Zu ihren Rechte und Pflichten gehört aber noch viel mehr – zum Beispiel ihre Mitglieder zu unterstützen! Sie setzen sich für Arbeitnehmer ein, gleich, ob es Auszubildende, Beamte oder Angestellte sind. Als Gewerkschaftsmitglied hat man Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und Rechtsbeistand, außerdem stehen bei Problemen mit dem Arbeitgeber oder dem Betrieb geschulte Berater zur Verfügung. Gebührenfrei ist die Mitgliedschaft nicht, jedoch übersteigt sie 1% des Bruttolohnes pro Monat nicht. Für bestimmte Personen mit geringem Einkommen gibt es gesonderte, vergünstigte Beiträge.

Organisation in Deutschland

Der Deutschen Gewerkschaftsbund (DBG) ist ein Verbund der acht größten Gewerkschaften Deutschlands. Hierzu gehören: Industriegewerkschaft Metall (IG Metall, ca. 2,3 Mio. Mitglieder), Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (ver.di, ca. 2,0 Mio. Mitglieder), Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE, ca. 650.000 Mitglieder), Industriegewerkschaft Bauen-Agar-Umwelt (IG BAU, ca. 280.000 Mitglieder), Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW, 270.000 Mitglieder), Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG, 200.000 Mitglieder), Gewerkschaft Nahrung-Genuss Gaststätten (NGG, ca. 205.000 Mitglieder) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP, ca. 175.000 Mitglieder). Das macht etwa 6,1 Millionen Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland. (genaue Statistiken unter: http://www.dgb.de/uber-uns/dgb-heute/mitgliederzahlen/2010)

Jugendliche und Auszubildende in Gewerkschaften

Zur Zeit sind etwa 460.000 junge Menschen in Gewerkschaften organisiert. Für Jugendliche und Auszubildende gibt es in vielen Betrieben mit Betriebsrat eine eigene Vertretung, die JAV. Praktikanten, Auszubildenden und Werksstudenten können sich ihr anschließen und sie wählen. JAVs sind auf die Probleme junger Menschen in Ausbildungsverhältnissen spezialisiert und können direkt vor Ort mitwirken.

© wavebreakmedia / shutterstock.com
© Yuri Arcurs / shutterstock.com