Umgang mit Kollegen: Verhaltensregeln und Unternehmenskultur


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Ein neues Umfeld, ein neuer Betrieb und ein neuer Alltag – wer eine Ausbildung beginnt, muss einige Herausforderungen meistern. Eine davon ist der richtige Umgang mit den neuen Kollegen.

In fast jedem Unternehmen gibt es eine eigene Unternehmenskultur – also größtenteils ungeschriebene Gesetze, an die sich die Angestellten halten sollten. Manche Unternehmen haben sogar eine schriftlich fixierte Unternehmensphilosophie, in der auch Grundsätze zum Umgang untereinander benannt werden. Dies ist äußerst hilfreich und sollte unbedingt im Vorfeld gelesen werden. Liegt kein derartiges Dokument vor, empfiehlt es sich trotzdem, sich über den zukünftigen Arbeitgeber informieren. Wofür steht das Unternehmen, wen sprechen die Produkte an? Bei einer innovativen Start-up Firma gelten sicher andere Regeln als in einer Bank oder in einer Tischlerei.

In jedem Fall gelten zwei Grundregeln für die ersten Tage: Bei Unklarheiten Fragen stellen und den Arbeitsalltag der Anderen beobachten. So lernt man, welche Verhaltensregeln und Umgangsformen allgemein akzeptiert werden und kann sich dementsprechend verhalten. Wird beispielsweise vor dem Eintreten in ein Büro geklopft? Werden Türen geschlossen? Auch individuelles Verhalten, etwa wie oft das Fenster im gemeinsamen Büro geöffnet wird, sollte zuerst beobachtet werden.

Duzen oder Siezen?

Die erste große Gefahrenquelle birgt bereits die richtige Anrede der Kollegen. Wenn kein generelles Duzen (wie beispielsweise bei IKEA) festgelegt wurde, sollten unbedingt alle Kollegen mit „Sie“ angesprochen werden. Keinesfalls sollte der Auszubildende Älteren oder Höhergestellten das Du anbieten – das ist sehr unhöflich. Wenn man neu im Unternehmen ist, empfiehlt es sich, freundlich und offen auf die Kollegen zuzugehen und sich zunächst vorzustellen. Ein kurzes Gespräch ist immer nett und hilft, die anderen besser einschätzen zu können.

Respekt

Kollegen sollten, besonders wenn man neu ist, alle gleich behandelt werden, im besten Fall höflich, mit Respekt und mit Wertschätzung. Durch das richtige Verhalten im Umgang mit Kollegen lassen sich auch Probleme wie beispielsweise Mobbing verhindern, denn gute Manieren und ein sicherer Umgang mit anderen signalisieren den Kollegen, dass man sich versteht und einander gewachsen ist. Respekt gegenüber dem Chef ist die Pflicht jedes Auszubildenden und jedes Angestellten – denn von seinem Wohlwollen hängt die eigene Zukunft im Unternehmen ab. Klatsch und Lästereien im Büro sind absolut tabu, ebenso wie die Kritik anderer hinter deren Rücken. Auch sollte man dem Unternehmen gegenüber loyal sein und sich nur respektvoll darüber äußern.

Im Alltag

Der wichtigste Tag ist der Alltag, daher sollte man versuchen, auch Kleinigkeiten des eigenen Verhaltens zu reflektieren. Ohren, Augen und Geduld der Kollegen gilt es, zu schonen. Daher sollte man lautes Telefonieren am Arbeitsplatz unterlassen, ebenso wie man seine benutzten Kaffeetassen wegräumen sollte. Ein gepflegtes Auftreten und Pünktlichkeit sind gleichsam wichtig. Es ist sehr hilfreich, selbstkritisch zu sein, denn das eigene Verhalten zu ändern ist viel einfacher, als das Verhalten der Kollegen zu beeinflussen. Wird aufgrund eines Jubiläums oder eines Geburtstages Sekt angeboten, so sollte man, sofern man schon volljährig ist, maximal ein Glas davon trinken. Notfalls lieber auf Saft zurückgreifen. Nichts ist unangebrachter, als während der Arbeitszeit betrunken zu sein.

Kollegen sind keine Freunde, daher sollte man keine privaten Probleme mit ihnen besprechen – schon gar nicht während der Arbeitszeit. Zu viele Emotionen machen angreifbar. Generell sollte man immer zweimal überlegen, wen man ins Vertrauen zieht, denn auch Neid und Missgunst können durch ein zu enges Verhältnis zwischen Kollegen hervorgerufen werden. Besser ist es, einfach etwas Nettes zu erzählen – zum Beispiel unterhaltsame Anekdoten aus dem letzten Urlaub oder der Kindheit. Dies wirkt sympathisch, ohne zuviel Privates zu zeigen.

Sollte es, trotz aller Umsicht, zu Problemen kommen, so hilft nur ein sachliches Gespräch. Während eines Konflikts sollte man unbedingt Ruhe bewahren und notfalls die Situation verlassen, erst später kann man sich, mit Abstand, darüber unterhalten und eine Lösung finden. Hierbei Kritik am Gegenüber in „Ich-Botschaften“ verpacken, statt in verletzende „Du-Botschaften“. („Du lässt immer deine Tassen herumstehen“ klingt viel aggressiver als „Ich finde, dass hier oft Geschirr herumsteht“) Ist eine Einigung nicht möglich, sollte man auf Abstand bleiben und die Dinge nicht persönlich nehmen.


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