Ärger mit Kollegen - Wenn die Ausbildung zum Alptraum wird


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Der Beginn einer Ausbildung ist meist mit viel Stress verbunden, da liegen die Nerven schon mal blank. Wenn dann noch Ärger mit den Kollegen oder gar mit dem Chef hinzu kommt, kann die Ausbildung schon mal zu einer Zerreißprobe werden. Dann wird der Traum von der Ausbildung schnell zu einem Alptraum. Das muss aber nicht so bleiben. Bei Ärger in der Ausbildung gilt es immer zunächst das Gespräch zu suchen. Denn über das offene Gespräch lassen sich Probleme meist zügig aus der Welt schaffen.

Der Chef meckert ständig an einem herum und die Kollegen schikanieren einen mit undankbaren Aufgaben, wie Kaffeekochen oder Aufräumen? Herrscht im Betrieb ständig schlechte Laune und sind die Kollegen unfreundlich, dann kann das schon mal abfärben und die Ausbildung zu einer Tortur werden lassen. Doch Ärger ist nicht gleich Ärger. Und: Ärger ist normal. Denn in keinem Betreib herrscht immer eitel Sonnenschein. Gerade in betrieblichen Stresssituationen kann das Betriebsklima schon mal etwas rauer werden. Das muss keine persönlichen Gründe haben. Wichtig ist es also zunächst abzuwarten und herauszufinden, ob es sich lediglich um eine Phase handelt oder um ein langwieriges Problem.

Selbstkritisch sein

Wichtig bei Problemen in der Ausbildung ist die Selbstkritik. Jeder Auszubildende sollte sich also zunächst die Frage stellen, wie viel Selbstanteil möglicherweise hinter dem Ärger im Betrieb steckt. Inwiefern spielen eigene Befindlichkeiten eine Rolle? Vielleicht hat der Auszubildende private Probleme, die er nur schwer abschütteln kann und unbewusst in die Arbeit im Betrieb hineinträgt. Wer gestresst ist strahlt dies auf seine Umwelt aus, die meist entsprechend reagiert. Es gilt somit in sich zu gehen und zu gucken, was man an sich selbst verändern kann. Sport und Entspannungsübungen können dabei helfen, mit dem Stress besser umzugehen und zurück in ein geistiges  Gleichgewicht zu gelangen. Meist strahlt die eigene Ruhe dann auch positiv auf die Mitmenschen aus. Trotzdem muss man unfaire Behandlung und ausbildungsferne Aufgaben nicht hingehen. Ebenso, wie der Auszubildende seine privaten Probleme zu Hause lassen sollte, sollten auch Kollegen und der Chef sich professionell und angemessen verhalten. Ist das nicht der Fall, sollte etwas dagegen unternommen werden und das Gespräch gesucht werden.

Das Gespräch suchen

Sind die betriebsinternen Probleme gravierender kommt der Auszubildende über ein klärendes Gespräch mit den Kollegen und dem Chef nicht umhin. Wenn der Ärger unter den Kollegen zu konfliktbeladen ist, sollte man dem Ärger Luft machen. Die sollte immer in einer sachlichen und neutralen Perspektive erfolgen, die die eigene Sicht neutral und selbstkritisch beleuchtet. Während des Gesprächs sollte die Kritik und Anliegen der Kollegen von Seiten des Auszubildenden ernst genommen werden. Denn lassen sich Konflikte nie dadurch lösen, dass man stur auf seinen eigenen Standpunkt beharrt, sondern nur über die kooperative Suche nach einem Kompromiss, der alle beteiligten Parteien zufrieden stellt.

Konflikt-Beratung

Wenn auch das Gespräch nicht zu einer friedlichen Herbeiführung einer Lösung des Konfliktes führen konnte, dann ist dem Auszubildenden zu raten, eine Beratung in der jeweiligen Berufskammer aufzusuchen. Die Kammern (Industrie- und Handelskammer; Handwerkskammer) bieten regelmäßig Beratungen an, die sich auch mit dem Thema von Konflikten innerhalb der Ausbildung befassen. Meist tritt der Berater dann als Mediator auf oder kann anderweitig Lösungsansätze bieten. Sollten sich die Probleme dennoch nicht beheben lassen kann ein Wechsel des Ausbildungsbetriebes sinnvoll sein. Auch sollte in dem Beratungsgespräch geklärt werden, ob die Grenzen derart überschritten wurden, dass es sich um Mobbing handelt. Mobbing hat auch darüber hinaus eine arbeitsrechtliche Relevanz - all dies sollte in dem Beratungsgespräch offen angesprochen werden.

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