Ausbildung verkürzen: Wie geht das?


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Auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes kann die reguläre Ausbildungszeit auf Antrag aus unterschiedlichen Gründen verkürzt werden. Dies gilt, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird.

Gründe für Verkürzung

Grund für die Verkürzung können unter anderem berufliche Vorbildung sein, etwa in Form einer abgebrochenen Ausbildung oder einem Berufsfachschuljahr. Auch ein höherer Schulabschluss, kann eine Verkürzung mit sich bringen, so kann ein Realschulabschluss die Ausbildungszeit um 6 Monate verkürzen, die Fachhochschulreife oder das Abitur berechtigen zu einer Verkürzung um 12 Monate.

In diesem Fall kann der Antrag noch bis zu einem Jahr vor Ende der Ausbildung gestellt werden. Bei überdurchschnittlicher Leistung kann eine vorzeitig Zulassung zur Abschlussprüfung erfolgen. Überdurchschnittlich bedeutet, dass der Notendurchschnitt es letzten Berufsschulzeugnisses in allen prüfungsrelevanten Fächern über 2,49 liegen muss, ebenso wie die Noten für die praktischen Ausbildungsleistungen.

Falls neben der Ausbildung ein Familienmitglied gepflegt werden muss, kann die Ausbildung auf eine Teilzeitausbildung verkürzt werden, die jedoch 25 Stunden pro Woche nicht unterschreiten darf. Die Gesamtzeit verkürzt sich dadurch nicht. Sollten mehrere Gründe kombiniert werden, muss die Mindestausbildungsdauer beachtet werden, die nicht unterschritten werden darf. Sie beträgt mindestens die Hälfte der Regelausbildungszeit, bei 3,5 jährigen Ausbildungen zwei Jahre.

Wie stelle ich einen Antrag auf Verkürzung?

Um die Ausbildungszeit zu verkürzen, muss ein Antrag bei der zuständigen IHK gestellt werden, den Ausbilder und Auszubildender gemeinsam gestellt haben. Diese entscheidet dann über die Bewilligung. Bei minderjährigen Auszubildenden muss ein Erziehungsberechtigter unterschreiben.

Nach Möglichkeit sollte der Antrag bereits zu Beginn der Ausbildung gestellt werden, spätestens jedoch bis zum Beginn des zweiten Ausbildungsjahres. Wer plant, seine Ausbildung zu verkürzen, sollte ich auf jeden Fall bei der zuständigen Handelskammer informieren, welche Dokumente und Voraussetzungen nötig sind.

Sollte dem Antrag stattgegeben werden, müssen die Ausbildungsinhalte in der nun verbleibenden Zeit vermittelt werden. Auch muss die neue Ausbildungsdauer im Ausbildungsvertrag festgehalten werden.
Für genauere Informationen kann hier die Empfehlung der Bundesinstituts für Berufsbildung aufgerufen werden: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/ha-empfehlung_129_ausbildungszeit.pdf 

VAP
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