Ausbildung: Wissenswertes zum Thema Tarifvertrag


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Tarifverträge sind dafür verantwortlich, Löhne und Gehälter zur regeln. Auch Arbeitszeiten oder Kündigungsfristen sind in diesen geregelt. Dazu kommen Bestimmungen zum Urlaubsanspruch, die Laufzeit des Arbeitsvertrages, sowie die Arbeitsbedingungen. Es gibt allein in Deutschland rund 67.000 gültige Tarifverträge. Dem gegenüber stehen 495 allgemeingültige, im Tarifregister eingetragene Tarifverträge.

Diese Verträge gelten unmittelbar nach Beschluss und sind zwingend, so dass eine Änderung, die sich negativ auf den Arbeitnehmer auswirkt, nicht mehr rechtmäßig ist.

Meist werden Tarifverträge durch Gewerkschaften durchgesetzt, oftmals geschieht dies im Interesse der Arbeitnehmer. Häufig werden Tarifverhandlungen von Warnstreiks oder Streiks begleitet, um die Arbeitgeberseite zum einlenken zu bewegen.

Tarifverträge sind immer zeitlich begrenzt. Nach Ablauf der zeitlichen Spanne müssen alle Punkte von Neuem verhandelt werden. Die Tarifautonomie sorgt dafür, dass der Staat sich nicht in diese Prozesse einmischen kann.

Jeder Ausbildungsbetrieb ist gesetzlich dazu verpflichtet, seine Auszubildenden angemessen zu vergüten. Meist hält man sich an die zuvor geschlossenen Tarifvereinbarungen. Wie hoch die Vergütung letztendlich ausfällt, ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Auch innerhalb einer Branche kommt es zu großen regionalen Unterschieden. Nach wie vor gibt es einen großen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Westen liegt die Höhe der Ausbildungsvergütung durchschnittlich immer noch höher als im Osten.

Dein Ausbildungsbetrieb hat keine Tarifbindung? Dann gibt es, was die Höhe deiner Vergütung betrifft, trotzdem Regeln: Deine Ausbildungsvergütung muss mindestens 80% der tariflichen Vergütung der Branche und der Region ausmachen. Bekommst du weniger als 80% des branchenüblichen Gehaltes, solltest du das Gespräch mit deinem Ausbildungsleiter suchen.

Wie hoch die in den Tarifverträgen ausgehandelte Ausbildungsvergütung ausfällt, hängt auch immer vom Ausbildungsmarkt ab. Wenn in bestimmten Branchen die Zahl der Auszubildenden zurückgeht, und viele Betriebe ihre Stellen nicht besetzen können, wird in der Regel das Ausbildungsgehalt erhöht, um eine Bewerbung reizvoller zu machen.

In den letzten Jahren sorgten vor allem in den Branchen Industrie und Handel, sowie Öffentlicher Dienst, die Tarifvereinbarungen für hohe Ausbildungsgehälter. Im Handwerk dagegen sind die Durchschnittswerte etwas niedriger.

Wer sich gerne weiter über das Thema Tarifvertrag informieren möchte, kann das auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, BMAS, tun, dort kann auch ein Verzeichnis aller allgemein gültigen Tarifverträge heruntergeladen werden. http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/Tarifvertraege/allgemeinverbindliche-tarifvertraege.html
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