Ausbildungsabbruch - Soll ich oder soll ich nicht?


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Darauf gibt es nicht die eine richtige Antwort. Ob man die Aufgaben an sich oder das Arbeitsklima nicht mag, das macht schon einen Unterschied. Ist das Ausbildungsende schon zum Greifen nah oder steht man gerade erst in den Startlöchern - auch das muss bei der Entscheidung bedacht werden.

Mit dieser Entscheidung steht man als Azubi zumindest nicht alleine da: Im Jahr 2009 hat jeder fünfte Azubi sein Ausbildungsverhältnis vorzeitig abgebrochen. Über einen Abbruch sollte man besonders dann nachdenken, wenn die Arbeit nicht gefällt.

Der Grund sind häufig falsche Vorstellungen von dem gewählten Ausbildungsberuf, dabei sind die Medien nicht ganz unschuldig: TV-Sendungen wie Kochshows geben meist nicht den wirklichen Arbeitsalltag wieder. Darum sollte sich ein zukünftiger Azubi ausreichend über seine gewünschte Ausbildung informieren. Gute Quellen sind Freunde und Bekannte, die selbst in dem Beruf arbeiten. Auch Berater der Agentur für Arbeit oder Foren im Internet können bei der Entscheidung helfen und ein realistisches Bild liefern. Auch Azubis auf Ausbildungsmessen können zu ihrem Arbeitsalltag befragt werden.

Gibt es jedoch Probleme mit dem Chef oder Kollegen, sollte ein Abbruch nur die letzte Option sein. Zuerst kann das Gespräch mit den betreffenden Personen helfen, Differenzen zu klären. Auch Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern können bei Bedarf mit dem Ausbildungsbetrieb Kontakt aufnehmen. Wenn das die Probleme nicht löst, kann der Azubi nach einem anderen Betrieb suchen, in dem die Ausbildung fortgesetzt werden kann.

Aber nicht die bereits investierte Zeit vergessen: Steht man kurz vor dem Ausbildungsende, sollte man die Zähne zusammenbeißen und die Ausbildung durchziehen. Die meisten Ausbildungsabbrüche werden zu Recht gleich zu Beginn verzeichnet, denn dann stellt die bereits investierte Zeit und Mühe kein Hindernis dar. Schließlich sollte die Arbeit Spass bereiten und nicht zur Qual werden.

Wer denkt, Ausbildungsabbrüche würden auffällige Lücken in den Lebenslauf reißen, hat nicht ganz Unrecht. Jedoch kommt es bei einem neuen Arbeitgeber darauf an, wie man den Ausbildungsabbruch begründet. Jeder Schulabgänger muss zunächst seine Fähigkeiten, Stärken und Schwächen erkennen und einen zu ihm passenden Beruf finden. Das ist gar nicht so leicht.

In einen Ausbildungsberuf hereingeschnuppert zu haben, bringt auch Vorteile, die andere Bewerber nicht haben: Man bringt einige Erfahrung und Wissen auf dem Gebiet mit, hat über den Tellerrand geschaut und sich selbst dadurch besser kennengelernt.
von Isabell M.

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