Auslandsaufenthalt während der Ausbildung


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Die interkulturelle Kompetenz zählt für viele Unternehmen zu den gewünschten Kernkompetenzen und ist deshalb für die Einstellung von Mitarbeitern und Azubis zu einem zentralen Kriterium geworden. Im Rahmen des seit 1995 bestehenden EU-Programms "Leonardo Da Vinci" gibt es für Studenten und Auszubildende die Möglichkeit, einen Teil ihrer Ausbildung im europäischen Ausland zu verbringen. Vor allem in kaufmännischen und industriellen Ausbildungsberufen ist ein Auslandsaufenthalt für viele Auszubildende mittlerweile obligatorisch, da sich diese auf den globalen Märkten profilieren müssen, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Ein Auslandsaufenthalt ist darüber hinaus immer auch ein Zugewinn für die persönliche Entwicklung. Hier kann man seinen Horizont erweitern, kommt mit fremden Kulturen in Kontakt und erweitert dadurch nicht nur die interkulturelle, sondern auch die sprachliche Kompetenz. Wer als Azubi Auslandserfahrung vorweisen kann, steigert damit seine eigenen Karrierechancen erheblich und sammelt wertvolle Lebenserfahrung - es lohnt sich.

Nach dem neuen Berufsbildungsgesetz ist es möglich, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Dieser Anspruch wird entweder zu Beginn des Ausbildungsverhältnisses festgelegt oder kann später mit Inkenntnissetzung der IHK im gegenseitigen Einvernehmen von Ausbilder und Auszubildender beschlossen werden.

Die Dauer des Auslandsaufenthaltes darf maximal ein Viertel der Gesamtausbildungszeit betragen. Bei einer dreijährigen Ausbildung ist ein Aufenthalt im Ausland folglich bis zu neun Monaten möglich. Während dieser Zeit wird die Ausbildungszeit nicht unterbrochen, das bedeutet, die monatliche Vergütung und die Verpflichtungen des Auszubildenden bestehen weiterhin. Ebenfalls müssen bei Auslandsaufenthalten ab vier Wochen Ausbildungsinhalte und -ziele vereinbart werden, dazu gehören auch Sprachkenntnisse und sonstige Kompetenzen. Eine Berufsschulpflicht besteht nicht. Allerdings muss der Auszubildende sich für diese Zeit eine Beurlaubung der Berufsschule einholen und den vernachlässigten Stoff selbständig nachholen.

Der gesetzliche Versicherungsschutz greift auch im Ausland, allerdings sind weitere länderspezifische Vereinbarungen zu beachten, weshalb eine frühest mögliche Kontaktierung der Krankenkasse notwendig ist. So können Versicherungslücken behoben werden, sodass auch im Notfall ein Schutz vorhanden ist. Außerdem ist es ratsam, eine privatrechtliche Zusatzversicherung aufzunehmen, da zum Beispiel im Krankheitsfall eine Rückführung nicht von der Krankenkasse übernommen wird.

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