Azubis: Nützliche Tipps für die mündliche Prüfung


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Du befindest dich im dritten Lehrjahr und hast deine Ausbildung fast geschafft? Dann ist es an der Zeit, sich mit der allseits gefürchteten mündlichen Abschlussprüfung zu befassen! Diese hat den Ruf, besonders schlimm zu sein. Doch weißt du eigentlich, wieso? Nein? Wir auch nicht! Schluss mit dem schlechten Image, denn so schlimm ist die mündliche Prüfung überhaupt nicht. Zumal sie in den meisten Fällen nur etwa 20 Minuten dauert. Und am Küchentisch daheim fällt es dir ja auch nicht schwer, 20 Minuten lang über deine Ausbildung zu sprechen, nicht wahr? Also, alles halb so wild. Mit unseren 10 besten Tipps für die mündliche Prüfung wird diese ohnehin ein Klacks!

10 Tipps für die mündliche Prüfung in der Ausbildung

1. Tipp: Lernen, Lernen, Lernen

Seit Wochen bist du nur noch am pauken? Sehr gut! Denn Vorbereitung ist das A und O für die mündliche Prüfung. Wer gut vorbereitet ist, kann nicht nur besser auf Fragen des Prüfers eingehen und mit seinem Fachwissen glänzen, sondern geht auch viel ruhiger und selbstbewusster in die Prüfung. Damit auch du ruhiger wirst und das Gefühl bekommst, du kannst auf dein Wissen vertrauen, hilft alles nix: Du musst lernen, lernen, und nochmals lernen. Hier ein kleiner Tipp, falls du einen Motivationsschub brauchst: Stell dir nur vor, wie beruhigt du am Abend vor der Prüfung ins Bett gehen wirst, wenn du weißt, dass du alles weißt. Keine Ängste und Sorgen, man könnte dieses oder jenes Thema abfragen, dass du so überhaupt gar nicht kannst. Rufe dir immer wieder ins  Gedächtnis, dass alles schon sehr bald vorbei sein wird und du danach wahrscheinlich nie wieder so viel lernen musst.

2. Tipp: Üben!

Was denkst du, ist besonders wichtig in deiner Ausbildung? Welche Themen müssen sitzen und sind für die Ausübung des Ausbildungsberufes elementar? Wenn du dir diese Fragen beantwortet hast, kannst du dich jetzt in die Rolle des Prüfers hineinversetzen. Welche Fragen lassen sich zu diesen wichtigen Themen stellen? Schreibe alle Fragen auf, von denen du denkst, sie kommen ganz bestimmt in der mündlichen Prüfung vor. Und dann gibst du diese Fragen an ein Elternteil oder einen Freund/Freundin. Jetzt wird die Prüfung geübt! Versuche, die dir gestellten Fragen so zu beantworten, als würde ein echter Prüfer vor dir stehen. In dieser Prüfungssimulation wirst du sofort merken, wo du noch Unsicherheiten hast und kannst dann gezielt nochmal diese Themen durchgehen.

3. Tipp: Erst denken, dann sprechen

Die mündliche Abschlussprüfung deiner Ausbildung ist kein Sprint. Es geht nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Informationen runterzurattern. Deine Antworten sollten gut überlegt sein! Denn später kannst du diese nicht mehr ergänzen oder korrigieren, sowie bei einer schriftlichen Prüfung. Daher: Nimm dir ruhig ein wenig Bedenkzeit und antworte erst dann, wenn du genau weißt, was du sagen möchtest. Halte also nach jeder Frage kurz inne und lege dir die Antwort in Gedanken bereit. Gib deiner Antwort auch immer eine nachvollziehbare Struktur.

4. Tipp: Präzise Antworten

Dieser Tipp für die mündliche Prüfung schließt sich an den zuvor genannten Tipp an: Bevor du antwortest, immer erst über die Frage nachdenken. Je präziser die Antwort nämlich ist, desto besser. Dass du gut vorbereitet bist und jede Menge weißt, kann sich dein Prüfer auch so denken. Beantworte aber nur das, wonach auch wirklich gefragt wurde. Wenn du bei jeder Antwort weit ausholst und viele unterschiedliche Themen anschneidest, könnte dein Prüfer den Eindruck bekommen, du würdest die Frage nicht beantworten können erzählst deshalb alles, was dir zu diesem Thema sonst noch einfällt. Antworte daher ganz konkret auf die Frage und vermiede lange Ausschweifungen!

5. Tipp: Du kennst die Antwort nicht?

Der Schreckmoment in jeder mündlichen Prüfung: Der Prüfer stellt dir eine Frage, die du nicht beantworten kannst. In so einer Situation hilft nur eins: Tief ein- und ausatmen und versuchen, die Gedanken zu sammeln. Vielleicht hast du nur einen Blackout, und in fünf Sekunden weißt du die Antwort wieder. Wenn du aber sofort weißt, dass du die Antwort nicht kennst, dann sag das einfach. Das ist viel besser, als minutenlang mit rotem Kopf irgendwelche Dinge zu erzählen, die falsch sind. Wenn du gleich sagst, dass du es nicht weißt, hast du viel mehr Zeit um Fragen zu beantworten, die du weißt! Daher unser Tipp für die mündliche Prüfung in der Ausbildung: Habe den Mut, Wissenslücken zuzugeben.

6. Tipp: Nachfragen sind erlaubt!


So eine Abschlussprüfung der Ausbildung ist ein sehr aufregendes Ereignis, dass die meisten Azubis ja auch nur einmal in ihrem Leben erleben. Das wissen natürlich auch die Prüfer. Diese haben Verständnis für deine Aufregung! Wenn du also vor lauter Nervosität eine Prüfungsfrage nicht verstanden hast, dann frag unbedingt nach, ob man die Frage nochmal wiederholen könnte. Versuche nicht, selbst darauf zu kommen, was der Prüfer wohl gemeint haben könnte sondern sei so mutig und sage sofort, du hast die Frage nicht verstanden! Außerdem kannst du den Prüfer auch darum bitten, eine Frage anders zu formulieren, damit du sie besser verstehst. Bedenke: Es geht um das Erreichen des Ausbildungszieles. Bei so einer wichtigen Angelegenheit solltest du jegliche Schüchternheit ablegen und nachfragen, wenn du etwas nicht verstanden hast.

7. Tipp: Schwerpunkte anschneiden

Die meisten mündlichen Prüfungen laufen so ab, dass sich ein Gespräch entwickelt. Dass heißt, es ist kein reines Frage-Antwort-Spiel. Dein Prüfer wird häufig auf deine Antwort eingehen und daraus  weitere Fragen ableiten. Daher unser Tipp: Schneide keine Themen an, bei denen du Unsicherheiten hast. Wenn du dich dagegen auf einem bestimmten Gebiet sehr wohl fühlst, kannst du, sofern es passt und angebracht ist, ruhig ein paar Stichworte daraus in deine Antwort einbauen. So hast du die Chance, den weiteren Gesprächsverlauf in eine Richtung zu lenken, in der du dich wohlfühlst.

8. Tipp: Klar und deutlich

Unser Tipp für die mündliche Prüfung in der Ausbildung: Spreche klar und deutlich. Rede nicht zu schnell, denn du willst ja nicht, dass jeder sofort erkennt, dass du es bloß schnell hinter dich bringen willst. Wer dagegen zu langsam spricht, vermittelt den Eindruck, er oder sie kenne die Antwort auf die Frage noch gar nicht und versucht, mit dem extrem langsamen Sprechen noch ein wenig Zeit zu schinden. Also: Beides keine gute Idee! Ein ganz normales Sprechtempo ist die beste Wahl. Auch die Lautstärke deiner Stimme ist wichtig. Redest du zu leise, können die Prüfer dich nicht verstehen und bekommen ebenfalls den Eindruck, du weißt die Antwort nicht und versuchst dies mit leisem Gebrabbel zu vertuschen.

9. Tipp: Aufschreiben kann helfen!

Du sollst ein Fallbeispiel durchrechnen? Oder erklären, wie du eine Rechnung schreibst? Alles, was man in der Praxis schriftlich macht, kannst du auch in der Prüfung schriftlich machen und dann präsentieren. Dafür legt man dir auch in der mündlichen Prüfung einen Stift und einen Zettel parat. Manchmal hast du aber auch nur eine Tafel. Auch diese kannst du benutzen, wenn es um Zahlen geht. Frag vorher einmal kurz deinen Prüfer, ob du dir dies aufschreiben kannst und erläutere dann deine Antwort mithilfe deiner erstellten Notizen. Wer darauf verzichtet, kann sich schnell verzetteln. Bei Fragen, in denen du etwas definieren oder erläutern sollst, macht es dagegen nicht so viel Sinn, dir die Antwort aufzuschreiben und abzulesen. Wenn es um Zahlen geht dagegen schon.

10. Tipp: Mache einen guten Eindruck!

Damit deine Prüfer merken, dass dir die Prüfung auch wichtig ist, solltest du auf jeden Fall pünktlich sein! Sich bei der Abschlussprüfung der Ausbildung zu verspäten ist ein absolutes No Go!  Auch auf deine Kleidung ist zu achten! Du gehst schließlich nicht einfach nur zur Schule, sondern legst deine mündliche Abschlussprüfung ab! Zu diesem Anlass darfst du ruhig schonmal ein Hemd oder die feine Bluse auspacken. Ein weiterer Punkt betrifft deine Interaktion mit dem Prüfer. Beim beantworten seiner Fragen soll im Idealfall ja ein Gespräch entstehen. Schaue daher beim Sprechen nicht auf den Boden, sondern deinen Prüfer an.
Von Jana Fast

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