Das qualifizierende Arbeitszeugnis


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Geschafft! Du hast die Abschlussprüfungen erfolgreich absolviert und damit Deine Ausbildung zum Abschluss gebracht. Nun erhältst Du Deine Abschlusszeugnisse, drei an der Zahl, eins im Betrieb eins in der Berufsschule und ein Gesamtzeugnis. Diese werden aber sicherlich nicht die letzten Zeugnisse sein, die Du im Laufe Deines Lebens erhalten wirst.

Das Berufsschulzeugnis

Das Zeugnis der Berufsschule gibt Auskunft über die erbrachten Leistungen in den einzelnen Unterrichtsfächern und die Gesamtnote. Zusammen mit dem Ausbildungszeugnis und dem Zeugnis des Ausbildungsbetriebs bildet es Dein Abschlusszeugnis.

Das qualifizierte Arbeitszeugnis

Wenn Du eine Firma verlässt, um eine andere Anstellung anzunehmen, bekommst Du ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Dieses unterscheidet sich vom einfachen Zeugnis durch seine Ausführlichkeit in Bezug auf Tätigkeitsangaben und Leistungen. Darüber hinaus enthält es Informationen über Qualifikationen, die Du im Laufe der Anstellung erworben hast, über den Betrieb und Dich. Wichtig zu wissen ist, das qualifizierte Zeugnisse keinerlei Bemerkungen enthalten dürfen, die sich negativ auf die Einstellung bei anderen Firmen auswirken könnten.

Trotz des Verbotes versuchen Arbeitgeber, versteckt unter netten Wörtern, die einen positiven Eindruck machen, derlei Anmerkungen zu platzieren. In der Regel sind Zeugnisse aber frei von „Geheimcodes“, wenngleich das richtige Lesen eines Zeugnisses dem Ungeübten schwerfällt. So können einzelne Worte wie „vollen/vollsten“ schon viel über die Qualität der Arbeit aussagen. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, kannst Du Dein Zeugnis entweder beim Personal- oder Betriebsrat überprüfen lassen. Auch die Gewerkschaften bieten mitunter Hilfe bei der Überprüfung von Zeugnissen an.

Dein Recht

Du hast das Recht auf ein qualifiziertes Zeugnis. Sollte es nicht automatisch ausgestellt werden, kannst Du darauf bestehen. Auch rückwirkend ist dies möglich, wenngleich es zu empfehlen ist, sich direkt nach Beendigung der Tätigkeit ein Zeugnis ausstellen zu lassen, da dann der Eindruck am lebendigsten ist. Für alle, die sich bewerben möchten, während sie noch in einem Arbeitsverhältnis stehen, kann kein Arbeitszeugnis, sondern nur ein sogenanntes Zwischenzeugnis ausgestellt werden. Es ist inhaltlich vergleichbar mit dem Arbeitszeugnis, enthält aber keine Schlussformulierung, die den Abschied aus dem Unternehmen thematisiert.

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