Deine Pflichten während der Ausbildung


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Bei einer dualen Ausbildung, welche die gängigste Ausbildungsform ist, werden Schülerinnen und Schüler direkt ins Berufsleben integriert. Von der Schule gleich in die Praxis. In der Berufsschule wird die Praxis dann mit der nötigen Theorie untermauert. Doch damit man sich in der Praxis gut zurechtfindet, gibt es an dieser Stelle eine kleine Orientierungshilfe für deine Ausbildung. Als Azubi in einem Ausbildungsbetrieb genießt du nämlich nicht nur Rechte, sondern hast auch Pflichten zu erfüllen. Zu deinen Rechten als Azubi kannst du dich in dem gleichnamigen Artikel auf diesem Ausbildungsportal informieren. Hier erfährst du nun alles, was du über deine Pflichten während der Ausbildung wissen musst.

1. Die Lernpflicht während deiner Ausbildung

Als Azubi ist deine wichtigste Pflicht die Lernpflicht. Man erwartet von dir, dass du dich darum bemühst, alle Ausbildungsrelevanten Fähigkeiten und Qualifikationen zu erwerben. Wenn du dich also wirklich bemühst, die Ausbildungsinhalte nach bestem Wissen und Gewissen zu erlernen, dann hast du diese Pflicht bereits erfüllt. Gleiches gilt übrigens für deinen Ausbilder. Dieser ist dazu verpflichtet, dir die Kenntnisse zu vermitteln, die du für die Ausübung des Ausbildungsberufes brachst. So sorgt ihr beide dafür, dass du das Ausbildungsziel, wie es in der Ausbildungsordnung definiert ist, erreichst!

2. Die Sorgfaltspflicht des Azubis

Es mag wie selbstverständlich klingen, ist es aber nicht immer: Als Auszubildender in einem Unternehmen ist es deine Pflicht, dir zugewiesene Aufgaben sorgfältig auszuführen. Auf diesen Punkt solltest du besonders viel Wert legen. Denn schließlich bist du in der Arbeitswelt noch sehr unerfahren, und manche Aufgaben tragen eine Menge Verantwortung mit sich. Tippst du beispielsweise Kundendaten falsch ab, dann kann dieser Kunde nicht mehr vom Unternehmen erreicht werden. Auch, wenn du eine Ausbildung in einem technischen Beruf ausübst musst du äußerst sorgfältig arbeiten, damit du keinen Produktionsstop auslöst und auch keine Defekte an Geräten und Maschinen entstehen. Fehler können jedem passieren, aber wenn du stets sorgfältig arbeitest, erfüllst du auch diese Pflicht während der Ausbildung.

Übrigens: Die Sorgfaltspflicht bezieht sich auch auf dein Berichtsheft. Dieses gilt schließlich als wichtiges Dokument, in dem du deinen Wissenserwerb schriftlich festhältst. Dein Berichtsheft ist ein wichtiger Nachweis darüber, was du während der Ausbildung gelernt hast. Deshalb solltest du dieses auch gründlich und mit äußerster Sorgfalt führen.

3. Teilnahmepflicht des Auszubildenden

Wer eine duale Ausbildung absolviert, ist zur Teilnahme an dem Berufsschulunterricht verpflichtet. Der Besuch der Berufsschule wird in den Bundesländern sowieso im Schulgesetz vorgeschrieben und stellt daher eine absolute Notwendigkeit dar. Schließlich dient der Besuch der Berufsschule dem Erwerb von wichtigem Hintergrundwissen, welches du für die Ausübung deines Ausbildungsberufes dringend benötigst. Die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen der Berufsschule gehört zu den zentralen Ausbildungsmaßnahmen, von denen du dich nicht befreien lassen kannst.

4. Weisungen ist Folge zu leisten

Dein Ausbildungsbetrieb ist dafür verantwortlich, dass du alle vorgegebenen Ausbildungsinhalte erwirbst. Aus diesem Grund ist es deine Pflicht, auf die Anweisungen, die dir gegeben werden, zu hören. Sowohl dein Ausbilder, dein Chef, oder weisungsbefugte Kollegen können dir Aufgaben zuteilen. Auch wenn diese dir nicht gefallen, so bist du trotzdem dazu verpflichtet, sie auszuführen. Möglicherweise erkennst du nicht immer den Sinn und Zweck einer Aufgabe und fragst dich „Was hat das Sortieren von Akten mit den Tätigkeiten einer Automobilkauffrau zu tun?“ Aber auch unbeliebte Aufgaben gehören zum Berufsalltag.

Die einzige Ausnahme: Weisungen ist nur Folge zu leisten, wenn diese zum Erreichen des Ausbildungszieles führen. Auch Weisungen, die damit zu tun haben, berufliche Kompetenzen zu erwerben, und sei es nur das Kopieren, gehören dazu. Aufgaben, die Ausbildungsfremd sind, also nichts mit dem Ausbildungsberuf zu tun haben, brauchst du nicht auszuüben. Dies ist dann der Fall, wenn dich ein Kollege zum Beispiel zum persönlichen Diener macht und du beispielsweise dessen Kinder von der Schule abholen sollst.

5. Einhalten der Betriebsordnung

In jedem Unternehmen gelten bestimmte Regeln. So auch in deinem Ausbildungsbetrieb. An diese Regeln müssen sich alle Mitarbeiter halten, und so eben auch die Auszubildenden. Die Betriebsordnung hängt meist in der Kantine, im Eingangsbereich, oder an einem anderem Ort, der für alle Mitarbeiter gut zu sehen ist. Wurdest du nicht über die Betriebsordnung aufgeklärt, dann bitte einen Kollegen oder deinen Ausbilder darum, dir diese zu zeigen. Alles, was in der Betriebsordnung steht, muss eingehalten werden. Ein Rauchverbot, das Tragen von Schutzkleidung und vieles weitere kann darin festgehalten sein. Es gehört zu deinen Pflichten als Azubi, die Betriebsordnung jederzeit einzuhalten.

6. Bewahrungspflichten für Auszubildende

Unter diesem Begriff versteht man den Umgang mit Dingen, die einem nicht gehören. Alle Werkzeuge, Maschinen und sonstige Mittel, die dir zum Arbeiten zur Verfügung gestellt werden, sind mit Respekt und Sorgfalt zu behandeln. Gleiches gilt, wenn du eine Ausbildung im Büro machst. Teure Rechner oder Laptops sollten immer gut behandelt werden, sodass diese in Zukunft auch noch von nachfolgenden Azubis benutzt werden können.

7. Die Pflicht der Krankheitsmeldung

Wenn du merkst, dass du aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Arbeit erscheinen kannst, dann ist es deine Pflicht während der Ausbildung, dies so schnell wie möglich deinem Ausbilder oder deinem Chef mitzuteilen. Fehlst du aufgrund von Krankheit in der Berufsschule oder im Ausbildungsbetrieb, dann solltest du unbedingt ein ärztliches Attest vorlegen. In vielen Unternehmen muss ein gelber Schein sofort ab dem ersten Fehltag eingereicht werden. Erkundige dich, wie die Regelungen zur Krankmeldung in deinem Ausbildungsbetrieb aussehen.

8. Pflicht zur Verschwiegenheit

Vertrauliche Dokumente, Geschäftszahlen, Kundendaten, dass alles und noch viel mehr wirst du während deiner Ausbildung sehen und auch damit arbeiten. Verschwiegenheit ist dabei ein absolutes Muss! Es ist die Pflicht des Auszubildenden, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren. Ansonsten könnte dir das eine Menge Ärger bringen. Vor allem, wenn diese Informationen zu einem Unternehmen der Konkurrenz durchsickern.

Weitere ausführliche Informationen zum Thema Pflichten während der Ausbildung findest du hier:https://www.bmbf.de/pub/ausbildung_und_beruf.pdf https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Unternehmen/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI516774

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