Deine Rechte als Azubi


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Jeder, der nach der Schule eine Ausbildung beginnt, sieht sich mit einer Menge Fragen konfrontiert. Muss ich meine Arbeitskleidung selber bezahlen? Wie viele Stunden darf ich am Tag maximal arbeiten? Stehen mir während der Ausbildung Urlaubstage zu? 

Direkt am Anfang deiner Ausbildung, oder besser noch, davor, solltest du dich mit deinen Rechten auseinandersetzen. Bist du darüber bestens Informiert, dann kannst du dich gegen Ungerechtigkeiten wehren. In den Artikeln zu den einzelnen Punkten deiner Ausbildung, kannst du dich im Detail darüber informieren, welche Rechte du als Azubi hast. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen.

Der Ausbildungsvertrag

Mit dem Ausbildungsvertrag erfährst du, welche Rechte der Ausbildungsbetrieb dir zuschreibt. Es ist ein wichtiges rechtliches Dokument, dass du gut aufbewahren solltest. Darin werden unter anderem folgende Vereinbarungen getroffen:

Der Inhalt der Ausbildung
Das Ausbildungsziel
Der Beginn und das Ende der Ausbildung
Informationen zur Probezeit
Die Arbeitszeit
Der Urlaubsanspruch
Informationen zur Kündigung

Diese Inhalte sind gesetzlich vorgegeben und müssen in deinem Ausbildungsvertrag stehen. Trifft dies nicht zu, hast du das Recht, deinen Ausbildungsbetrieb darum zu bitten, den Vertrag um die fehlenden Punkte zu ergänzen.

Dein Recht auf eine Ausbildungsvergütung

Jeder Auszubildende hat das Recht auf eine angemessene Vergütung. Das Gesetz schreibt vor, dass dein Gehalt mit jedem Ausbildungsjahr ansteigen muss. Dein Gehalt darf nicht gekürzt werden, wenn du aufgrund von Verpflichtungen der Berufsschule nicht im Ausbildungsbetrieb bist. Musst du während der Ausbildung Überstunden machen, dann müssen auch diese angemessen entlohnt werden. Wenn dein Ausbildungsbetrieb Überstunden nicht bezahlt, dann steht dir ein dementsprechender Freizeitausgleich zu.

Dein Recht auf Arbeitsmittel

Alles, was du entweder für die tägliche Arbeit, oder aber für eine Prüfung brauchst, muss vom Ausbildungsbetrieb gestellt werden. Werkzeuge, Materialien, oder aber Schutzkleidung muss der Betrieb für seinen Azubi bezahlen. Was dieser allerdings nicht übernehmen muss, ist Arbeitskleidung, die du auch privat tragen könntest. Auch Kosten für die Bücher, die du für die Berufsschule benötigst, muss dein Arbeitgeber nicht übernehmen.

Die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit

Auszubildende unter 18 Jahren dürfen an einem Tag nicht mehr als acht Stunden arbeiten. Volljährige Azubis dürfen in Ausnahmefällen bis zu zehn Stunden am Tag arbeiten. Dies ist aber nur erlaubt, wenn die regelmäßige durchschnittliche Arbeitszeit innerhalb der folgenden sechs Monate acht Stunden nicht überschreitet. Um die gesetzlichen Regelungen einzuhalten, musst du zusätzlich darauf achten, dass du die vorgegebene Ruhezeit von 12 Stunden einhältst. Demnach müssen zwischen Arbeitsende und nächstem Arbeitsbeginn mindestens 12 Stunden liegen.

Dein Recht auf angemessene Aufgaben


Während deiner Ausbildung hast du das Recht, dir zugewiesene Aufgaben abzulehnen. Aber nur dann, wenn diese nicht dem Zweck dienen, das Ausbildungsziel zu erreichen. Natürlich kommen ab und zu Aufgaben auf einen Auszubildenden zu, auf die dieser keine Lust hat. Da muss man aber leider durch. Wenn es sich aber um Aufgaben handelt, die „ausbildungsfremd“ sind, wie persönliche Botengänge für den Chef, dann hast du das Recht, diese zu verweigern und nach Aufgaben zu verlangen, die in der Berufsausbildung auch wirklich vorgesehen sind.

Dein Recht auf Kündigung


Jeder Azubi hat das Recht, seine Ausbildung vorzeitig zu Beenden. Während der Probezeit kann eine fristlose Kündigung sofort erfolgen. Danach gibt es meist eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Möchtest du einfach nur den Ausbildungsbetrieb wechseln, deine Ausbildung aber fortsetzen, dann solltest du dich um einen Aufhebungsvertrag bemühen.

Dein Recht auf ein Zeugnis

Ob du deine Ausbildung beendest und ein Abschlusszeugnis erhältst, oder ob du deine Ausbildung früher beendest, spielt keine Rolle. In jedem Fall steht dir ein Zeugnis zu. Jeder Azubi hat das Recht auf ein Zwischenzeugnis. Darin sind Angaben zu deiner Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb zu machen, genauso wie Angaben über die Dauer und das Ziel der Ausbildung. 

Weitere Informationen zu deinen Rechten als Azubi findest du in den weiteren Artikeln auf dieser Seite, aber auch auf der Informationsseite der Bundesagentur für Arbeit: https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Unternehmen/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI516774
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