Der Bildungskredit für Auszubildende


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Wer sich für einen Ausbildungsberuf entscheidet, der nicht in einem Betrieb sondern lediglich an einer Berufsschule gelehrt wird, hat es aufgrund der fehlenden Ausbildungsvergütung nicht leicht. Für einen Nebenjob ist kaum Zeit, denn auch Praktika müssen absolviert und Prüfungen geschrieben und bestanden werden. Aus finanzieller Sicht sind diese Lehrjahre vermutlich die schwierigsten in deinem Leben. Gut, dass man sich für den Notfall finanzielle Unterstützung holen kann. In manchen Fällen lohnt sich nämlich die Aufnahme eines Bildungskredites. Hier erfährst du, was du zum Thema Bildungskredit in der Ausbildung wissen musst.

Der Bildungskredit für Auszubildende


Azubis, die über ein geringes Einkommen verfügen und auch von ihren Eltern keine finanzielle Unterstützung bekommen, haben die Möglichkeit sich einen Bildungskredit zu sichern. Dabei handelt es sich um einen zeitlich befristeten, zinsgünstigen Kredit, der speziell für die Finanzierung der Ausbildung angeboten wird. Dabei spielt es im Gegensatz zum BAföG keine Rolle, wie hoch dein Einkommen oder das Einkommen deiner Eltern ist.

Die Besonderheit am Bildungskredit: Die Konditionen sind speziell an Azubis angepasst. Denn die Sicherheit gegenüber der auszahlenden Bank übernimmt der Bund. Du brauchst also selbst keine Sicherheiten wie einen Bürgen bereitzustellen. Das Bildungskreditprogram wird vom Bund unterstützt, damit auch Azubis aus finanziell schwächeren Familien sich eine schulische Ausbildung leisten können. Außerdem wird man schneller mit seiner Ausbildung fertig, wenn man nicht noch einem Nebenjob nachgeht. Aus diesem Grund werden auch Studierende gerne gefördert.

Für wen kommt ein Bildungskredit in Frage?

Ein Bildungskredit wird klassischerweise von Studierenden aufgenommen. Aber auch Schülerinnen und Schüler können diesen beantragen. Berechtigt sind volljährige Schüler, die entweder bereits über einen berufsqualifizierenden Abschluss verfügen, oder gerade dabei sind, diesen in einer schulischen Ausbildung zu erlangen. Wer eine duale Ausbildung macht, kommt für den Bildungskredit leider nicht in Frage. Auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle. Die Kreditvergabe erfolgt lediglich ab dem 18. Lebensjahr und hört spätestens mit dem 36. Lebensjahr auf.

Ein Bildungskredit wird in der Regel nur an deutsche Staatsbürger vergeben. Allerdings haben auch Ausländer mit dauerhafter Aufenthaltsberechtigung die Möglichkeit, einen Bildungskredit aufzunehmen. Dazu zählen auch Ausländer, die als Flüchtlinge anerkannt sind oder ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben. Eine weitere Voraussetzung: Den Bildungskredit bekommen nur Auszubildende, die eine Vollzeitausbildung absolvieren. Für eine Ausbildung in Teilzeit gilt diese Finanzierungsmöglichkeit nicht.

Bildungskredit beantragen

Bevor du einen Bildungskredit beantragst, solltest du verschiedene Anbieter miteinander vergleichen. Der bekannteste Anbieter ist ein Bildungskredit bei der KfW, weil dieser mit dem Bund zusammenarbeitet. Aber auch Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und viele weitere Kreditinstitute bieten mittlerweile Bildungskredite für fortgeschrittene Ausbildungsphasen an. Übrigens: Einen Rechtsanspruch auf diese Förderung haben Azubis nicht. Wird der Bildungskredit aus irgendeinem Grund nicht bewilligt, kann man leider nichts machen.

Einen Bildungskredit beantragen kann ein Azubi entweder schriftlich beim Bundesverwaltungsamt in Köln, oder auch im Internet auf dieser Seite: http://www.bildungskredit.de/. Wenn du alle Voraussetzungen für die finanzielle Förderung erfüllen konntest und alle Formulare ausgefüllt hast, heißt es: Warten. Deine Unterlagen werden geprüft und wenn alles in Ordnung ist wird dir ein Bewilligungsbescheid zugeschickt. Zusätzlich wirst du ein Angebot der KfW bekommen, welches du innerhalb eines Monats unterzeichnen und an die KfW zurückschicken musst. Natürlich kannst du auch zu deiner Haus-Bank gehen und dich dort beraten lassen.

Ausbildung finanzieren mit Bildungskredit

Wer seine Ausbildung mithilfe eines Bildungskredites finanzieren möchte, erhält im Gegensatz zu einem ganz normalen Kredit die Kreditsumme nicht als Ganzes, sondern in monatlichen Raten. Diese liegen zwischen 100 Euro und 300 Euro und können für eine maximale Laufzeit von 24 Monatsraten bewilligt werden. Bei einer dreijährigen schulischen Ausbildung werden in der Regel nur die letzten zwei Ausbildungsjahre auf diese Weise finanziert. Die gesamte Kreditsumme kann zwischen mindestens 1000 Euro und maximal 7200 Euro betragen.

Für die Rückzahlung des Kredites gilt ab der ersten ausgezahlten Rate eine Frist von vier Jahren. Du wirst mit monatlichen Raten in Höhe von 120 Euro belastet. Wer möchte, kann die Kreditsumme aber auch vorab in einem Stück zurückzahlen. Eine teilweise Rückzahlung in zwei großen Raten ist beispielsweise auch möglich.
Von Jana Fast

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