Infos zum Dualen Studium


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Abiturienten müssen nach ihrem Abschluss eine wichtige Entscheidung treffen. Direkt ins Berufsleben starten oder lieber an die Uni? Theorie oder Praxis? Oder beides? Ein duales Studium vereint alle Vorteile einer Ausbildung mit den Vorteilen eines Studiums. Doch nur wenige Entscheiden sich nach der Schule für ein duales Studium. Warum eigentlich? Hier erfährst du, welche Vor- aber auch Nachteile so ein duales Studium mit sich bringt. Vielleicht helfen dir diese Informationen bei der Entscheidung, ob du eine akademische Laufbahn einschlagen, lieber ins Berufsleben starten, oder möglicherweise doch beides vereinen möchtest.

Duale Ausbildung oder duales Studium

Die meisten Ausbildungen finden dual statt. Dass bedeutet, dass sie aus zwei Komponenten bestehen. In der Regel sind diese Komponenten einmal die Theorie, und einmal die Praxis. Eine Ausnahme bildet dabei allerdings die schulische Ausbildung. Bei dieser Form der Weiterbildung besucht man täglich die Berufsschule und lernt zunächst alle theoretischen Grundlagen, die für den Ausbildungsberuf relevant sind. Ganz ohne Praxis geht es nicht. Deshalb werden immer wieder kürzere und längere Praxisphasen in die schulische Ausbildung integriert. In der dualen Ausbildung dagegen dominiert die Praxis. Du besuchst zwar auch eine Berufsschule, allerdings nur 1-2 Mal die Woche. Die restliche Zeit verbringst du in deinem Ausbildungsbetrieb. 

Das duale Studium ist so aufgebaut, dass du ganz normal an einer Uni studierst, aber gleichzeitig auch in einem Betrieb tätig bist. Diese Form der Weiterbildung gibt es in drei Fachrichtungen: Wirtschaft, Technik, und Gesundheit und Soziales. Wichtig dabei ist, dass das Studienfach ähnlich dem Ausbildungsberuf ist. Eine beliebte Kombination ist beispielsweise ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit einer kaufmännischen Ausbildung zu vereinen.

Das duale Studium

Nun fragst du dich vielleicht, wie du dich auf ein duales Studium bewerben kannst? Keine Sorge, es sind nicht zwei Bewerbungen notwendig! Viele Firmen schreiben neben herkömmlichen Ausbildungsanzeigen auch Stellenanzeigen für ein duales Studium aus. Diese arbeiten dann meistens mit einer Partnerhochschule zusammen. Wurdest du von der Firma auserwählt, musst du dich nur noch in dieser Uni einschreiben. Natürlich kannst du dich auch erst in einer Uni einschreiben, und dich danach um die Suche nach einem Ausbildungsbetrieb machen, doch die erste Variante ist etwas weniger stressig. 

Finanziell gesehen bringt das duale Studium viele Vorteile. Im Gegensatz zu den ganz normalen Studenten erhältst du eine Ausbildungsvergütung von deinem Ausbildungsbetrieb. Sobald du das duale Studium abgeschlossen hast, hältst du nicht nur eine Bachelor-Urkunde in der Hand, sondern auch gleichzeitig einen Ausbildungsabschluss. Das duale Studium bietet den Vorteil, dass es nicht so theorielastig ist wie ein herkömmliches Studium. Die Praxisnähe ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich immer mehr Abiturienten dafür entscheiden. Die Nachteile: Häufig fehlt es an Wissenschaftlichkeit, sodass du danach nicht so gut auf eine akademische Laufbahn vorbereitet wirst. Außerdem ist mit einem dualen Studium eine hohe Arbeitsbelastung verbunden. Vermutlich wirst du weniger Freizeit haben als deine Freunde, die eine duale Ausbildung oder ein reines Studium absolvieren. Dafür winken am Ende umso bessere Karriereaussichten!

Das ausbildungsintegrierte duale Studium

Dies ist die gängigste Form, für die sich die meisten Abiturienten entscheiden. Studium und Berufsausbildung laufen parallel. In manchen Fällen musst du zusätzlich noch die Berufsschule besuchen. Diese Zeit wird nicht einfach, aber in nur drei Jahren erhältst du einen Studienabschluss und eine Berufsausbildung. Manche absolvieren erst eine Ausbildung und gehen danach noch studieren. Dies kann locker sechs Jahre in Anspruch nehmen. Mit dieser Variante bist du wesentlich schneller fertig und kannst ins Berufsleben starten. Auch wenn es anstrengend wird, es lohnt sich!

Das praxisintegrierende duale Studium

Im praxisintegrierendem dualen Studium bist du in erster Linie Student. Praxiserfahrungen sammelst du in Praktika. In der Regel können sich die Studenten aussuchen, ob sie ein sehr langes Praktikum absolvieren möchten oder mehrere kurze. Je nachdem, in welchem Bereich du das duale Studium absolvierst, haben beide Varianten ihre Vorteile. Entscheidest du dich für ein Langzeitpraktikum, zum Beispiel ein Semester lang, dann ist dieses in der Regel besser bezahlt als ein kurzes Praktikum. Dafür bekommst du lediglich Einblicke in nur ein Unternehmen. Hier kannst du persönlich abwägen, was dir lieber ist.

Das berufsbegleitende duale Studium

Bei dieser Variante des dualen Studiums bist du überwiegend in einem Unternehmen tätig. Genau wie auch ein Azubi, der eine duale Ausbildung absolviert, bist du als Vollzeitkraft in deinem Ausbildungsbetrieb angestellt. Für Vorlesungen, Seminare oder Prüfungen an der Uni wirst du freigestellt. Eine typischer Tag könnte so aussehen, dass du von 8-12 Uhr in der Universität bist, und ab 13 Uhr aber im Betrieb arbeitest. Nach Feierabend, sagen wir 17 Uhr, hast du dann noch Zeit für eventuelle Hausarbeiten oder Prüfungsvorbereitungen.

Das berufsintegrierende duale Studium

Diese Form des dualen Studiums richtet sich nur an diejenigen, die bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben. Bist du mit deiner Ausbildung fertig und möchtest studieren, gleichzeitig aber in deinem Ausbildungsbetrieb weiterhin angestellt belieben, ist dies die beste Variante für dich. Deine wöchentliche Arbeitszeit wird reduziert, damit du Vorlesungen an der Uni besuchen kannst. Auch einen herben finanziellen Rückschritt musst du nicht befürchten, da du weiterhin von deinem Ausbildungsbetrieb vergütet wirst.

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