Konflikte in der Ausbildung: Der Schlichtungsausschuss


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Ziel eines Schlichtungsverfahrens ist es, zwischen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieb zu vermitteln, um verfahrene Situationen zu klären. Die Schlichtung über den Schlichtungsausschuss der IHK ist günstiger und schneller als ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht.

Konflikte erfahren wir in allen Lebensbereichen und so kann es geschehen, dass es auch in der Zeit der Aus- und Weiterbildung zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Wichtig ,ist vorab zu wissen, dass man als Azubi nicht alles aushalten muss.

Die IHK, dein Freund und Helfer

Der Satz "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" gehört der Vergangenheit an. Auszubildende haben Rechte, genau wie sie auch über Pflichten verfügen. Bei Konflikten in der Ausbildung ist die Industrie- und Handelskammer, kurz IHK, der richtige Ansprechpartner. Bei besonders verfahrenen Situationen, in denen das Vertrauensverhältnis von Betrieb und Azubi schon derart in Mitleidenschaft gezogen ist, das keine sachliche Einigung mehr möglich ist, besteht die Möglichkeit der Schlichtung.

Welche Themen kann man im Schlichtungsverfahren behandeln?


Im Schlichtungsverfahren können alle Themen, die mit der Ausbildung zu tun haben, behandelt werden. Zum Beispiel kann es erforderlich sein, wenn Unklarheit über Abmahnungen oder Kündigung herrscht. Oder wenn es in der Ausbildung Mängel zu beklagen gibt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Auszubildende nur Hilfsarbeiten ausführen darf, die nichts mit dem Ausbildungsberuf zu tun haben. Auch, wenn der zeitliche Rahmen der Ausbildung nicht eingehalten wird, kann ein Schlichtungsverfahren hilfreich sein. Die Geltendmachung von Ansprüchen ist in diesem Rahmen ebenfalls möglich, etwa wenn die Ausbildungsvergütung aussteht, sprich der Chef nicht zahlt. 
  
Wer sind die Schlichter, wer sitzt im Ausschuss?

Schlichter und Schlichterinnen sind ehrenamtlich tätige Personen. Arbeitgebervertreter stammen oftmals aus der Ausbildungspraxis, wohingegen die Vertreter der Arbeitnehmer häufig von den Gewerkschaften, benannt werden. Ein Vertreter der IHK betreut den Schlichtungsausschuss und protokolliert die Sitzung. Als Azubi hast Du das Recht, einen Berater mitzubringen. Das kann ein Rechtsanwalt oder ein Gewerkschafter sein.

Erfolgsquoten?


Mehr als die Hälfte der geschlichteten Verfahren endet gütlich. Ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht konnte oftmals vermieden werden. Der Schlichtspruch hat dieselbe Rechtskraft wie ein Gerichtsurteil.

Was kostet ein Schlichtungsverfahren?

Nichts. Für Dich als Auszubildenden ist dieses Verfahren kostenlos.

Wie leite ich ein Schlichtungsverfahren ein? Was ist sonst noch wichtig?


Bestenfalls wird man persönlich bei der Geschäftsstelle der IHK vorstellig. Dort wird Dir geholfen, die nötigen Anträge auszufüllen. Zu beachten ist noch, dass die erforderlichen Unterlagen wie Abmahnungen und Kündigungen, mitzubringen sind. Minderjährige benötigen ihren gesetzlichen Vertreter, um den Antrag zu stellen.





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