Neuorientierung: Berufswechsel nach der Ausbildung


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Die Ausbildung ist abgeschlossen und vielleicht hast du schon einige Jahre in deinem Beruf gearbeitet und gemerkt, dass das nicht das ist, was du dein Leben lang machen möchtest. Welche Perspektiven stehen nach dem Abschluss einer Ausbildung offen, um den Beruf nochmals zu wechseln?

Eine neue Ausbildung zu machen, ist oftmals aus finanziellen Gründen keine Option. Viele träumen daher von einem Berufswechsel, haben aber Bedenken wegen möglicher Konsequenzen.

Neue Zahlen sprechen dafür, dass dies kein Einzelfall ist. Nur 52% der Jugendlichen, die eine Ausbildung absolviert haben, bleiben im Schnitt bei dieser Tätigkeit. Immerhin arbeiten 32% der Ausgebildeten weiterhin in einer ähnlichen Branche und können somit auf ihre Erfahrungen zurückgreifen.

Diejenigen, die wechseln, müssen sich größtenteils mit völlig neuen Aufgabenstellungen auseinandersetzen. Ganze 65% der Wechsler können nach ihrer eigenen Aussage kaum Wissen aus ihrer Ausbildung anwenden. (Quelle: BIBB).

Auch, wenn ein Berufswechsel nicht dem klassischen Sinne einer Ausbildung entspricht, kann er sinnvoll und hilfreich sein. Eine berufliche Neuorientierung muss nicht zwingend negative Karriereauswirkungen haben. Je nach dem, aus welchen Gründen du wechseln willst, kann es sogar von Vorteil sein. Es ist trotzdem wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, das ein Wechsel auch ein Risiko birgt.

Gute Gründe für deine Entscheidung

Falls du überlegst, ob du einen Neuanfang wagen möchtest, solltest du folgende Dinge beachten: Zunächst ist es entscheidend, aus welchen Gründen du dich dazu entschlossen hast, den Bereich, für den du dich durch deine Ausbildung qualifiziert hast, zu verlassen.

Es gehört viel Mut zu dieser Entscheidung, da du möglicherweise einen gesicherten Arbeitsplatz verlässt und im schlimmsten Fall auch in deinem neuen Aufgabenfeld unzufrieden sein könntest. Führe dir daher im Vorfeld genau vor Augen, was du von deinem neuen Aufgabenbereich erwartest und behalte auch im Kopf, was dir an deinem jetzigen Job nicht gefällt.

Ein Wechsel sollte immer in dir begründet sein und nicht an äußeren Umständen wie Kollegen oder Arbeitswegen festgemacht werden, da diese veränderbar und somit als Rechtfertigung nicht ausreichend sind. Versuche, deine Gründe klar zu formulieren und bestenfalls schriftlich zu fixieren, damit du dir ihrer immer bewusst bist.

Falls du die Entscheidung getroffen hast, dich zu verändern, sprich auch mit deinen Vertrauten darüber und lass dir von ihnen Tipps geben. Das wird deine Entscheidung prüfen und hoffentlich festigen. Falls andere Gründe, wie eine längere Pause vom Berufsleben oder keine passenden Stellen für deine Qualifikation vorliegen und für eine Neuorientierung sprechen, versuche diese ebenfalls sinnvoll zu begründen und mache dir bewusst, dass der Wechsel Chance ist, die du nutzen solltest.

Erfolgreich Bewerben

Egal, ob du selbst eine Veränderung wolltest oder du aus betrieblichen Gründen nicht weiter beschäftigt werden konntest, sobald du in der Bewerbungsphase stehst, darfst du den Kopf nicht hängen lassen.

Gerade zu Beginn kann die Jobsuche sehr frustrierend sein, da du möglicherweise noch nicht alle gewünschten Qualifikationen schriftlich vorweisen kannst. Daher musst du schon bei deiner Bewerbung unbedingt deutlich machen, warum du trotzdem für die freie Stelle geeignet bist.

Referiere hierbei auch auf Erfahrungen aus deiner Ausbildung, um zu zeigen, dass deine Entscheidung wohl überlegt ist und dass du diese Phase als wichtigen Teil deines Lebenslaufes akzeptierst, auch, wenn du nicht mehr in diesem Beruf arbeiten möchtest. Stärken bleiben Stärken, daher benenne sie und halte dich nicht daran auf, dass es möglicherweise besser qualifizierte Mitarbeiter gibt.

Im Vorstellungsgespräch solltest du nicht versuchen, deine Entscheidung klein zu reden oder auszulassen, denn das suggeriert ein geringes Selbstbewusstsein. Steh dazu und hebe hervor, wie außergewöhnlich motiviert du gerade deswegen bist. Eine reflektierte Darstellung deiner Entscheidung wird für dich sprechen.

Die Entscheidung akzeptieren

Ein Wechsel ist in keinem Fall eine Niederlage, sondern immer ein Gewinn. Vergiss das nicht, denn die Anfangszeit kann schwierig sein. Wenn du dich nach reichlicher Überlegung endgültig dazu entschieden hast, den bisherigen Weg zu verlassen, dann sei stolz auf diese Entscheidung. Es ist immer ein Fortschritt.

Das Wichtigste ist, dass du deinen Entschluss vor dir selbst begründen kannst und dir selbst immer wieder vor Augen führen kannst, dass die Entscheidung notwendig und richtig war. Denke positiv und halte dir vor Augen, was deine Stärken sind und was du durch die Veränderung gewinnst.

Das eigene Leben in die Hand zu nehmen und zu formulieren, was man erreichen möchte, zeigt Durchhaltevermögen und Stärke. Solltest du in einigen Jahren an diese Situation zurückdenken, wirst du froh sein, diesen Schritt gewagt zu haben.

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