Sexuelle Belästigung am Ausbildungsplatz - was tun?


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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist immer noch ein Tabuthema in der Gesellschaft. Es ist meist von Scham und Peinlichkeit überdeckt und wird höchstens in Debatten über Gewalt gegen Frauen erwähnt.

Jedes Verhalten, das sexuell bestimmt ist und von einer betroffenen Person als nicht normal, bzw. beleidigend oder abwertend empfunden wird, lässt sich unter dem Begriff der sexuellen Belästigung fassen.

Beispiele dafür sind:

- unnötiger und scheinbar zufälliger Körperkontakt
- Anzügliche Bemerkungen über das Äußere
- Pornografische Bilder
- Hinterher-pfeifen oder anstarrende Blicke
- Aufforderungen / Nötigung zum sexuellen Verkehr
- Versprechen beruflicher Vorteile bei sexuellem Entgegenkommen
- Androhungen beruflicher Nachteile bei sexueller Verweigerung
- Nötigung und Vergewaltigung

Betroffene Personen suchen meist die Schuld bei sich und entwickeln Schamgefühle. Außerdem haben sie oft Angst vor negativen Sanktionen, wenn sie sich wehren, weshalb sie versuchen, die Belästigung zu ignorieren oder mit Humor zu überspielen.

Doch kann sich die Ausbildung, auf die man in den meisten Fällen angewiesen ist, zum Horror werden, wenn Belästigungen an der Tagesordnung stehen. Wenn nicht gehandelt wird, können Spätfolgen entstehen: Depressionen, Angstanfälle oder Ekel vor dem anderen Geschlecht, sowie andere psychische Probleme.

Was tun?

Es ist wichtig sich offen gegen Belästigung zu wehren. Am besten ist es, wenn Kollegen/innen dies mitbekommen. Fordern Sie die Person auf, ihr Verhalten zu unterlassen. Kommt es erneut vor oder ist es schon beim ersten Mal sehr stark inakzeptabel, so sollten Sie sich unbedingt direkt einer Person anvertrauen, die Sie unterstützen kann und den Gang zur Personalvertretung mit Ihnen wagt.

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet Beschwerden dieser Art nachzugehen. Wenn Sie sexuelle Belästigung am Ausbildungsplatz erfahren, so sollten Sie nie schweigen und die Schuld bei sich suchen! Teilen Sie sich mit und holen Sie sich Unterstützung.
von Regina S.

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