So meisterst du das Assessment Center für die Ausbildung


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Wenn deine Bewerbung gut angekommen ist, wird dich dein vielleicht zukünftiger Ausbildungsbetrieb unter Umständen zu einem Assessment Center einladen. Diese Form des Einstellungstests ist mittlerweile bei vielen, vor allem größeren Ausbildungsbetrieben Gang und Gäbe. Es handelt sich bei Assessment Centern um eine Reihe von Übungen, die manchmal alleine, manchmal im Team bearbeitet werden. Damit du auch diese Hürde im Bewerbungsprozess um deine Ausbildung meisterst, findest du hier ein paar nützliche Ratschläge und Tipps, wie du dich gut auf das Assessment Center vorbereiten kannst!

Infos für Azubis: Das Assessment Center

Der Begriff Assessment Center löst bei dir Stress und Panik aus? Das muss nicht sein! So schlimm ist die ganze Sache gar nicht. Wer sich gut vorbereitet und während der Übungen gut mitmacht braucht sich nicht zu sorgen. Vielleicht helfen ja ein paar Informationen weiter: Das Assessment Center prüft in verschiedenen Übungen unterschiedliche Fähigkeiten des Azubis. In der Regel läuft das so ab: Zuerst gibt es eine Vorstellungsrunde in der Gruppe. Danach folgt oftmals eine Gruppendiskussion. Hier wird geschaut, wie gut du im Team arbeiten kannst. Lässt du andere zu Wort kommen oder unterbrichst du deine Mitbewerber? Wie gehst du damit um, wenn jemand eine andere Meinung vertritt als du? Die Personaler beobachten jeden einzelnen bei diesen Diskussionen und erkennen so, wer gut in die entsprechende Abteilung passt und in der Lage ist, konstruktiv und gut mit anderen zusammenzuarbeiten.

Im Anschluss gibt es häufig Aufgaben für den Einzelnen. Diese kommen manchmal einem kleinen Einstellungstest sehr nahe. Auch eine sogenannte Postkorbübung ist denkbar. Bei dieser wird dir eine nicht zu bewältigende Menge an Aufgaben gegeben, die du abarbeiten sollst. Ziel dieser Übung ist es, den Bewerber unter Stress zu setzen. Man beobachtet dann, ob du bei einer unlösbaren Aufgabe die Nerven behältst und einen Punkt nach dem anderen abarbeitest oder ob du kapitulierst. Für die Ausbildungsbetriebe ist es wichtig zu testen, wie der Azubi mit Stress umgeht. Verlierst du den Überblick oder setzt du sinnvolle Prioritäten und bleibst konzentriert bei deinem Plan? Ebenfalls möglich: Eine Case Study.

Dabei handelt es sich um eine Art Fallstudie. Du bekommst eine Aufgabe, wie sie dir auch im tatsächlichen Berufsalltag begegnen könnte. Ein Beispiel dafür ist ein Flop eines neu eingeführten Produktes. Anhand der dir zur Verfügung gestellten Informationsmaterialien sollst du einen möglichen Grund für das Scheitern des Produktes ermitteln. Bei dieser Art von Übung sind in der Regel auch Fragen zulässig. Je besser die Fragen, die du stellst, desto eher kommst du auf die richtige Lösung der Fallstudie. Oft gibt es gar kein endgültiges richtig oder falsch. Man möchte nur dein unternehmerisches Denken testen und mit dieser Übung herausfinden, ob sich die Bewerber gut in solche betrieblichen Problemstellungen hineinversetzen können.

Du denkst, das war es schon? Leider noch nicht ganz. Im Anschluss an die Einzelübung gibt es manchmal ein Rollenspiel. Auch hier geht es um deine Zusammenarbeit mit Teammitgliedern. In dem Rollenspiel wird auch keine Szene aus Romeo und Julia nachgestellt, sondern eine typische Situation aus dem Berufsleben. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, dass eine Person einen wütenden Kunden spielt, und die andere einen Mitarbeiter des Unternehmens, der die Kundenbeschwerde annehmen und bearbeiten soll. Die Personaler des Ausbildungsbetriebes möchten mit solchen Übungen sehen, wie ein Auszubildender mit solchen Konfliktsituationen umgehen kann.

Zu guter Letzt folgt eine Selbstpräsentation. Diese ist dazu gedacht dir die Möglichkeit zu bieten, die Personalverantwortlichen von dir zu überzeugen. Wie in einem Vorstellungsgespräch kannst du von deinen Kompetenzen erzählen und begründen, warum ausgerechnet du als zukünftiger Azubi in diesem Unternehmen eingestellt werden solltest. Nutze dafür auch die positiven Ergebnisse der vorherigen Übungen und beziehe diese in deine Begründung mit ein. Welche Stärken qualifizieren dich und wodurch unterscheidest du dich von anderen Auszubildenden?

Tipps für Auszubildende: So bereitest du dich auf ein Assessment Center vor

Manche Assessment Center gehen über mehrere Tage. Informiere dich frühzeitig im Betrieb, ob eine Unterkunft organisiert werden muss oder sich das Unternehmen darum kümmert. Wenn nicht: Früh ein Zimmer reservieren, da es sonst sein kann, dass kleine Hotels in unmittelbarer Nähe zum Betrieb schnell ausgebucht sind. Vor allem, wenn das Unternehmen 100 oder mehr Bewerber zum Assessment Center lädt.

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist die richtige Kleidung. Tipp: Lieber zu schick als zu leger. Bedenke, dass du den ganzen Tag in der Kleidung steckst, wähle daher etwas, worin du dich wohl fühlst. Trotzdem solltest du einen guten Eindruck hinterlassen, und das geht eben am besten mit einem schicken Hemd oder einer feinen Bluse. Übrigens: Achte unbedingt auf saubere Schuhe!

Schließlich würdest du ja auch nicht mit schmutzigen Turnschuhen zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen, richtig?

Was den Einstellungstest betrifft, so kannst du diesen ganz gut im Internet üben. Es gibt viele Seiten, in denen man diese Dinge ausprobieren kann. Zur Sicherheit solltest du dir noch mal die Grundlagen der Zins- und Prozentrechnung anschauen. Auch Aufgaben, in denen du den Dreisatz anwenden musst, könnten vorkommen.

Dein Allgemeinwissen zu trainieren ist immer eine gute Vorbereitung auf ein Assessment Center, aber auch über das aktuelle Tagesgeschehen solltest du bescheid wissen. Tipp: In den Wochen vor dem Assessment Center täglich die Nachrichten verfolgen!

Bei der Gruppenarbeit ist es ratsam, sich weder zu sehr zurückzuziehen, noch, sich zu sehr in den Mittelpunkt zu drängen. Da solltest du ein gutes Mittelmaß wählen, ansonsten kann es sein dass du bei den Personalern nicht gut ankommst. Diese legen nämlich großen Wert auf die Sozialkompetenz der Bewerber. Sei freundlich zu anderen, sei strukturiert und präsentiere die Ergebnisse nachvollziehbar und mit guten Argumenten. Wenn du dabei noch immer nett lächelst, kann gar nichts mehr schief gehen! Sei motiviert und authentisch, dann steht einer Zusage zu deinem Ausbildungsplatz nichts mehr im Wege!
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