Start-up Ausbildung – Dein Berufseinstieg in der Gründerszene


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Du bist auf der Suche nach einer ganz besonderen Ausbildung? Oder gibt es ein Start-up-Unternehmen, dass dich begeistert und bei dem du unbedingt eine Lehre anfangen möchtest? Hier findest du wichtige Informationen rund um das Thema Ausbildung in einem Start-up! Lerne die verschiedenen Vor- und Nachteile kennen und finde heraus, wie so eine Ausbildung in der Gründerszene aussehen könnte!

Was ist ein Startup-Unternehmen?

Ein Start-up-Unternehmen ist eine kleine, neu gegründete Firma. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es eine meist innovative oder besonders kreative Geschäftsidee umsetzt, die es zuvor noch nicht gab. Man findet Start-ups häufig in Großstädten, wo sie von jungen Gründern aufgebaut werden. Das Image solcher Unternehmen ist positiv: Moderne Räumlichkeiten, enge Zusammenarbeit im Team und flache Hierarchien sind nur einige der Vorteile, die man mit einem Start-up in Verbindung bringt. Daher sind diese Unternehmen bei Praktikanten sehr beliebt. Und jetzt auch bei Azubis. Denn immer mehr Start-ups entscheiden sich dafür, zum Ausbildungsbetrieb zu werden und somit jungen Schulabgängern die Chance zu geben, maßgeblich am Aufbau einer Firma beteiligt zu sein.

Deine Ausbildung in einem Start-up: Die Vorteile

In einem so kleinen Unternehmen gibt es keine Anonymität, keine Entscheidungen „von oben“, die man nicht nachvollziehen kann und kein rumkommandiert werden von Kollegen, die viel höher in der Hierarchiekette einer Firma stehen. Nein, in einem Start-up, so bekommen wir es zumindest vermittelt, ziehen alle an einem Strang. Flache Hierarchien und ein starkes Wir-Gefühl bestimmen den Arbeitsalltag. Das positive Betriebsklima kommt nicht nur daher, dass sich alle untereinander duzen, sondern rührt auch an der gemeinsamen Mission, etwas Großes aufzubauen. Diese gemeinsame Mission sorgt für das kleine aber entscheidende Extra, die den täglichen Gang zur Arbeit sinnvoller erscheinen lässt. Mitarbeiter und auch Azubis sind motivierter und hängen sich  voll rein, um die Ziele des Start-up-Unternehmens zu erreichen.

Auch fachlich können Auszubildende von einer Ausbildung in einem Start-up profitieren. Denn anstatt starren Lehrplänen zu folgen und einseitige Tätigkeiten auszuüben, werden sie überall eingesetzt. Denn so junge und kleine Betriebe verfügen nicht über genügend Personal, sodass sich jeder nur um sein spezielles Aufgabengebiet kümmern könnte. Wenn du eine Ausbildung in einem Start-up anfängst, wirst du zum Allrounder und lernst die unterschiedlichsten Aufgabenfelder, die in einer Firma anfallen, kennen. Ein weiterer Vorteil für Azubis ist, dass selbst einige Mitarbeiter bestimmte Aufgaben zum ersten Mal durchführen. Dadurch entsteht eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Es gibt Lehrlinge, die berichten, Sie würden zwar ihren direkten Vorgesetzten kennen, doch hätten sie noch nie den Chef Ihres Ausbildungsbetriebes gesehen. In einem Start-up ist das anders! Hier hat dein Chef eher ein offenes Ohr für dich und deine Vorschläge. Auch Probleme müssen nicht über Umwege und Betriebsräte geklärt werden, sondern können direkt angesprochen werden. Der letzte und vermutlich einer der wichtigsten Vorteile einer Ausbildung in einem Start-up-Unternehmen: Die Chance auf eine Übernahme nach der Ausbildung ist hier besonders groß. Denn das kleine und innovative Unternehmen bildet dich aus, damit du dieses auch in Zukunft bei seinem Wachstum unterstützen kannst. Dies ist gerade in so einem kleinen Unternehmen umso wichtiger.

Deine Ausbildung in einem Start-up: Die Nachteile


Ein großes Hindernis bei der Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses in einem Start-up ist zunächst, dass es nicht so viele davon gibt. Ein weiteres Hindernis ist, dass diejenigen die es gibt, häufig noch keine Ausbildungsbetriebe sind und daher nur Praktikantenstellen ausschreiben. Und das dritte Hindernis ist, dass Start-ups eher in Großstädten beheimatet sind, sodass Schülerinnen und Schüler aus ländlicheren Gegenden für eine Ausbildung extra umziehen müssten.

Hinzu kommt, dass eine Ausbildung in einem Start-up-Unternehmen nur dann sinnvoll ist, wenn du dich für die Geschäftsidee begeistern kannst, und voller Leidenschaft und Motivation an der Verwirklichung dieser mitarbeiten möchtest. Ist dem nicht der Fall und du suchst einfach nur einen Ausbildungsbetrieb für einen bestimmten Ausbildungsberuf, sind die Erfolgsaussichten gleich Null. Denn du gefährdest mit dem fehlenden Engagement nicht nur deine eigene Ausbildung, sondern das gesamte Unternehmen.

Und dies führt uns zum letzten Nachteil einer Ausbildung in einem Start-up: Die unsichere Zukunft des Betriebes. Niemand weiß, wie lange sich eine neu gegründete Firma halten kann. Manchmal sind es nur wenige Monate, manchmal wenige Jahre. Ein Start-up kann auch durch die Decke gehen, sodass sich die Mitarbeiterzahl von Anfangs vier Personen zu schnell gut 200 Mitarbeitern entwickeln kann. Das Risiko, dass die Geschäftsidee scheitert, ist trotzdem immer groß. Hier muss jeder Azubi für sich abwägen, ob er oder sie dieses Risiko eingehen möchte. Die Industrie- und Handelskammer ist schon dabei, eine mögliche Lösung für dieses Problem zu finden.

Risiken minimieren: Verbundausbildung in einem Start-up

Viele Start-ups wissen gar nicht, wie lange es sie geben wird, und ob sie sich überhaupt drei Jahre lang halten werden. Doch so lange dauert in der Regel eine Ausbildung. Bisher entschieden sich nur wenige Start-up-Unternehmen dazu, eigene Azubis auszubilden. Auch sie scheuen die Risiken, den Berufsanfänger irgendwann nicht mehr beschäftigen zu können. Dieses Risiko soll nun minimiert werden! Die Berliner Industrie- und Handelskammer startet nun ein neues Pilotprojekt: Die Verbundausbildung.

Damit der Azubi mehr Sicherheit bekommt, schließen sich bei einer Verbundausbildung zwei oder drei Betriebe zusammen. Damit wird der Lehrling von mehreren Betrieben ausgebildet und kann, im Falle dass ein Start-up pleite geht, seine Ausbildung in einem anderen Unternehmen fortsetzen.
Nicht nur für Berlin, sondern auch in anderen Städten sollen Start-ups nachziehen und immer mehr Lehrlinge ausbilden.

Gefragte Ausbildungsberufe für Start-ups


Folgende Ausbildungsberufe kannst du entweder in einem Start-up machen, oder dafür nutzen, um nach der Ausbildung für ein Start-up-Unternehmen zu arbeiten.


  • Kaufmann/-frau für Büromanagement

  • Mediengestalter Digital und Print

  • IT-Systemkaufmann/-frau

  • IT-Systemelektroniker/-in

  • Fachinformatiker/-in

  • Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation

Voraussetzungen für Start-up-Azubis

Das Start-up ist eine ganz besondere Unternehmensform. Daher müssen angehende Azubis auch ganz besondere Fähigkeiten mitbringen. Neben den jeweiligen berufsspezifischen Qualifikationen sollten Auszubildende in einem Start-up noch folgende Eigenschaften besitzen:

Besonders wichtig ist eine schnelle Auffassungsgabe. Denn es kann gut sein, dass du überall dort eingesetzt wirst, wo gerade etwas zu tun ist. Es ist zwar gut, dass du so viele unterschiedliche Aufgabengebiete kennenlernst, doch braucht es dafür eben auch die Fähigkeit, sich schnell in neue Arbeiten einzufinden, schnell lernen zu können und der häufige Aufgabenwechsel sollte dir nichts ausmachen.

Tatendrang ist die zweite zentrale Eigenschaft, die du mitbringen solltest. In einem kleinen Betrieb mit wenigen Mitarbeitern gibt es immer etwas zu tun. Und genau darauf solltest du auch Lust haben. Wer mit seiner Aufgabe fertig ist und für den restlichen Arbeitstag nur noch auf die Uhr schaut und den Feierabend herbeisehnt, ist in einem Start-up fehl am Platz. Eine „Macher-Mentalität“ ist das A und O für eine erfolgreiche Entwicklung des kleinen Unternehmens.

Kreativität, Innovationsgeist und Mut gehören ebenfalls dazu! Es gilt, Ideen zu entwicklen, sich zu überlegen, wie diese umgesetzt werden können, und in welchen Arbeitsschritten dies am besten geschehen kann. Damit wird dir viel abverlangt, aber durch das gemeinsame Beraten mit deinen Teamkollegen macht die Arbeit umso mehr Spaß!
Von Jana Fast

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