Streik! Wenn Interessen aufeinander prallen!


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Die Lage am Arbeitsmarkt verändert sich ständig, und auch in der Wirtschaft geht es auf und ab. Aus diesem Grund gibt es für die verschiedenen Gewerkschaften in Deutschland immer etwas zu tun. Diese sind konstant dabei, die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verbessern. Doch welche Rolle nehmen Azubis bei den Tarifverhandlungen ein? Darf auch ein Auszubildender an einem Streik teilnehmen? Erfahre hier alles, was du zum Thema Streik während der Ausbildung wissen musst.

Auszubildende haben, genauso wie auch alle anderen Arbeitnehmer, das Recht zu streiken.
Wichtig: Ein Auszubildender ist nicht dazu verpflichtet, die Arbeit der Streikenden zu übernehmen, wenn diese während des Streiks nicht am Arbeitsplatz sind. Ein Streik gefährdet nicht die Ausbildung, egal ob sich der Azubi daran beteiligt oder nicht.

Besonders, wenn es in den Verhandlungen um Tarifverträge geht, die auch Inhalte zu Ausbildungsbedingungen beinhalten, ist es durchaus legitim, dass der Azubi sich am Streik beteiligt. Häufig werden Themen wie Ausbildungszeiten, Ausbildungsvergütung und weitere Arbeitsbedingungen von Auszubildenden verhandelt. Vom Grundrecht, bei diesen Verhandlungen die eigene Position zu vertreten, dürfen Azubis ruhig gebrauch machen.

Das Streikrecht ist vom Gesetzgeber höher eingestuft als die Berufsschulpflicht. Das bedeutet: Wenn der Streik an einem Tag stattfindet, an dem du eigentlich zur Berufsschule musst, dann darfst du dieser fernbleiben. Allerdings nur, wenn du dich auch beim Streik beteiligst! Dein Fehlen an dem Tag ist durch die Streikbeteiligung entschuldigt. Am besten, du teilst dies deiner Berufsschule so früh wie möglich mit.

Sollte dein Vorgesetzter bei deiner Teilnahme an einem Streik mit einer Abmahnung oder Ähnlichem drohen, dann kannst du damit zu einem Arbeitsgericht gehen. Dieses wird das Grundrecht auf Streik bestätigen, und deine Abmahnung oder Rüge wird als nicht rechtskräftig erklärt.

Meist sind die Arbeitgeber nicht gerade von der Forderungen der Arbeitnehmer angetan. Denn oftmals geht es um mehr Gehalt oder ein früherer Eintritt in die Rente. Beides ist mit höheren Kosten für die Firma verbunden. Geht der Arbeitgeber nicht auf die Forderungen der Gewerkschaften ein, ist ein Warnstreik die häufige Konsequenz.

Wer sich aktiv für seine Interessen einsetzt, kann bewirken, dass seine Forderungen in den Tarifrunden berücksichtigt werden. Das Gesetz hat jedem Arbeitnehmer, also auch den Azubis, eine Stimme gegeben. Mach davon Gebrauch und setze dich zusammen mit deinen Kolleginnen und Kollegen für bessere Arbeitsbedingungen ein.

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