Überfordert in der Ausbildung? 5 SOS-Tipps für Azubis


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Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Diesen Spruch kennen Viele. Doch nicht nur finanziell haben es Auszubildende nicht immer leicht. Das Erlernen eines Berufes ist alles andere als ein Kinderspiel. Kein Wunder, dass sich viele Azubis überfordert fühlen. Die große Umstellung von der Schule hin ins Berufsleben muss erstmal bewältigt werden. Und dann geht es auch schon direkt los: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule gibt es viel zu lernen. Feierabend? Gibt es nicht. Denn wer nach Hause kommt, muss ein Berichtsheft schreiben oder für eine Klausur pauken. Gar nicht so einfach, so eine Berufsausbildung. Aus diesem Grund haben wir dir hier 5 SOS-Tipps gegen die Überforderung in der Ausbildung zusammengestellt!

5 SOS-Tipp: Nie wieder überfordert in der Ausbildung

1. Perfektionismus adé!

Als zielstrebiger Mensch wünscht du dir, gute Noten zu schreiben und deine Ausbildung besonders erfolgreich abzuschließen? Viele Lehrlinge setzen sich damit selbst unter enorm hohen Druck. Das kann auf Dauer ganz schön belastend sein und das Gefühl der Überforderung in der Ausbildung verstärken. Dabei kannst nur du selbst etwas an deiner Situation ändern! Verabschiede dich vom Perfektionismus. Denn als Azubi bist du ein Berufsanfänger. Und Anfänger machen Fehler und scheitern auch mal. Damit dir nicht alles über den Kopf wächst, ist es wichtig, eine gesunde und realistische Einschätzung über die eigenen Ziele zu haben.

Mache dir bewusst, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist – denn sonst bräuchte man ja auch keine mehrjährige Ausbildung zu machen! Gestehe dir ein, dass Fehler erlaubt sind, denn aus diesen lernt man ja bekanntlich am besten! Nimm dir selbst ein wenig die Last von deinen Schultern und sei auch mal mit einer drei in einem Test zufrieden. Du wirst schnell merken, dass du dich mit dieser Einstellung schnell viel weniger überfordert mit der Ausbildung fühlen wirst!

2. Fragen, fragen, und nochmal fragen

Du kommst nicht weiter? Dann grübel nicht ewig an einer Sache, sondern bitte einen netten Kollegen darum, dir zu helfen! Gerade in der Anfangszeit sind Auszubildende schüchtern und trauen sich nicht, auf andere zuzugehen um Fragen zu stellen. Doch nur so lernst du Neues! Bevor du endgültig an einer Aufgabe verzweifelst, ist es viel sinnvoller, diese gemeinsam mit einem Profi zu erledigen. Denn beim Zugucken kannst du eine Menge lernen. Notiere dir die einzelnen Arbeitsschritte und versuche es dann beim nächsten Mal selbst. Klappt es immer noch nicht, dann frag erneut nach.

Du musst dich nicht dafür schämen, Dinge nicht auf Anhieb zu verstehen. Bevor du Fehler machst, ist es immer besser, du fragst nochmal nach. Allein durch diesen Austausch mit deinen Kollegen oder deinem Ausbilder wirst du sicherer in deinem neuem Job als Azubi werden. Überfordert zu sein ist kein schönes Gefühl. Tue etwas dagegen! Gehe aktiv auf Andere zu und stelle Fragen. Nur wer um Hilfe bittet, dem kann auch geholfen werden.

3. Mit dem Ausbilder zusammensetzen

Dein Ausbilder ist für den Ablauf und den Erfolg deiner Ausbildung verantwortlich. Aus diesem Grund ist er oder sie auch der erste Ansprechpartner, den du aufsuchen solltest, wenn du mit der Ausbildung überfordert bist! Dein Ausbilder könnte versuchen, das Lerntempo ein wenig zu reduzieren, ohne dabei das rechtzeitige Erreichen des Ausbildungszieles damit zu gefährden. Auch die Art und Weise, wie dir etwas erklärt wird, könnte nach deinen Bedürfnissen verändert werden. Bist du eher ein Mensch, der mit visuellen Reizen besser lernen kann, dann kannst du deinen Ausbilder darum bitten, dir neue Arbeitsschritte nicht nur zu erklären, sondern immer auch nochmal zu zeigen.

Bei einem Gespräch unter vier Augen solltest du deinem Ausbilder davon erzählen, dass du dich in deiner Ausbildung überfordert fühlst. Gemeinsam könnt ihr dann an einer Lösung basteln. Übrigens: Dein Ausbilder kann dir auch einen sogenannten Ausbildungspaten vorschlagen, der dir als weiterer Ansprechpartner zur Seite steht und dich bei deiner Ausbildung unterstützt. Du könntest deinen Ausbilder auch um weitere Schulungen bitten, oder darum, eine bestimmte Schulung wiederholen zu dürfen, wenn du dich in einem Feld besonders überfordert fühlst.

4. Die richtige Stressbewältigung


Es scheint zwar manchmal so, als bestünde das ganze Leben aus Arbeiten, aber trotzdem ist es wichtig, gerade in der Lehre für einen Ausgleich zum stressigen Berufsleben zu sorgen. Um den Stress in der Ausbildung ein wenig zu reduzieren, solltest du dir die Dinge aufschreiben, die dich glücklich machen. Am Ende eines Arbeitstages, oder auch nach der Berufsschule, schaust du dir diese Liste dann an und tust eines dieser Dinge, die du aufgeschrieben hast. Das kann ein Kinobesuch mit Freunden sein, das Hören der Lieblings-CD und dazu zu tanzen, oder auch das Anschauen des Lieblingsfilms inklusive einer großen Portion Popcorn.

Solche kleinen Auszeiten sind wichtig, und dass nicht nur für deine Lebensqualität: In diesen Auszeiten tankst du neue Kraft, um wieder motiviert und voll konzentriert am nächsten Tag zur Arbeit zu gehen. Als Azubi musst du ständig so viel Neues lernen, dass es wichtig ist, dass du ausgeglichen und entspannt bist, denn nur so kannst du diese riesengroße Informationsflut auch verarbeiten.

5. Ausbildungsbegleitende Hilfen

Wenn du denkst, dass du der oder die einzige Auszubildende bist, der mit der Lehre überfordert ist, dann irrst du dich! So geht es ziemlich vielen Berufsanfängern! Aus diesem Grund hat die Bundesagentur für Arbeit auch die ausbildungsbegleitenden Hilfen ins Leben gerufen! Dabei handelt es sich um eine Art Nachhilfe, die du sowohl für den theoretischen, als auch für den praktischen Teil deiner Ausbildung in Anspruch nehmen kannst. Bevor eine wichtige Klausur ansteht, kannst du dich mit diesem Programm intensiv darauf vorbereiten! Und nicht nur der berufliche Aspekt wird abgedeckt – In diesem Programm erhältst du auch Unterstützung, wenn du zu Hause oder generell im Alltag Probleme hast. Das Beste: Das alles ist für Azubis natürlich kostenlos! Um die ausbildungsbegleitenden Hilfen in Anspruch zu nehmen, musst du dich einfach nur bei der Bundesagentur für Arbeit in deiner Stadt melden.

Von Jana Mölle