Wann endet die Ausbildungszeit?


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Die Dauer des Ausbildungsverhältnisses ist im Ausbildungsvertrag angegeben. Es kann aber immer mal passieren, dass die Ausbildungszeit sowohl verkürzt, als auch verlängert wird. Diese zwei Möglichkeiten legen zu Grunde, wann deine Ausbildung zu Ende ist. Maßgeblich verantwortlich für die Dauer der Ausbildungszeit ist allerdings die Abschlussprüfung.

Bestandene Prüfung vor Ende der Ausbildungszeit

Wenn ein Azubi und sein Ausbilder zusammen beschließen, dass die Ausbildungszeit verkürzt werden kann, wird ein Antrag auf die Zulassung zur Abschlussprüfung gestellt. Wird dieser genehmigt, kannst du deine Ausbildungszeit verkürzen, in dem du die Prüfung bestehst.

Nach §21 Abs. 2 BBiG endet deine Ausbildungszeit mit der Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse. Hat der Auszubildende vor Ablauf der Ausbildungszeit die Abschlussprüfung erfolgreich bestanden, endet sie mit dem letzten Prüfungstermin bzw. der Ergebnis-Bekanntgabe durch den Prüfungsausschuss.

Eine bestandene Abschlussprüfung zeigt nämlich, dass du die Ausbildungsinhalte verinnerlicht hast und die notwendigen Kompetenzen erworben hast, um in deinem Ausbildungsberuf zu arbeiten. Dein Ausbildungsziel ist erreicht und dein Ausbildungsbetrieb hat seine Ausbildungspflicht erfüllt.

Nichtbestandene Prüfung

Bei Nichtbestehen verlängert sich das Ausbildungsverhältnis bis zur Wiederholungsprüfung, jedoch maximal um ein Jahr. Die Abschlussprüfung kann höchstens zweimal wiederholt werden (§21 Abs. 3 BBiG).

Dem Prüfling wird mitgeteilt, in welchem Teilbereich keine ausreichenden Leistungen erbracht wurden und was somit noch einmal wiederholt werden muss. Die Anmeldung zur Wiederholungsprüfung muss ab der Bekanntgabe des Nichtbestehens innerhalb von zwei Jahren persönlich beantragt werden. Die Wiederholungsprüfung ist kostenpflichtig und beträgt pro Stunde etwa 116 Euro. Der Betrag differiert je nach Branche und kann je nach Stundenanzahl schnell an die 1000 Euro Grenze geraten.

Nach nichtbestandener Prüfung kann der Auszubildende eine Verlängerung der Ausbildungszeit bis zur nächsten Prüfung einfordern, allerdings maximal um ein Jahr. Während dieser Zeit besteht für den Auszubildenden wieder Schulpflicht. Die Verlängerung der Ausbildungszeit ist jedoch nicht verpflichtend, der Azubi kann jederzeit die Wiederholung der Prüfung verweigern. Die Ausbildungszeit endet in diesem Fall zu dem Zeitpunkt, der im Ausbildungsvertrag als Ausbildungsende vereinbart wurde.

Ende der Ausbildungszeit

Wenn die Ausbildungsdauer erreicht ist, aber noch keine Prüfung abgelegt wurde, dann gilt, was im Ausbildungsvertrag vereinbart wurde. Der Ausbildungsbetrieb ist nicht dazu verpflichtet, den Azubi weiter zu beschäftigen. Tut er dies doch, muss dem Auszubildenden der übliche Lohn für diese Arbeit gezahlt werden, da ein neues Beschäftigungsverhältnis entstanden ist.

Bei der Übernahme des Auszubildenden tritt ebenfalls ein neues Beschäftigungsverhältnis ein, aus diesem Grund wird auch ein neuer Arbeitsvertrag aufgesetzt. Der ehemalige Azubi arbeitet dann direkt nach bestandener Abschlussprüfung in seinem Betrieb weiter.

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