Was muss man beim Vorstellungsgespräch beachten?


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Die Bewerbung wurde verschickt und nach einiger Zeit kommt sie, die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Einerseits freut man sich, dass das Wunschunternehmen Interesse an der eigenen Person hat, andererseits ist man unsicher, ob man auch im Vorstellungsgespräch überzeugen kann.

Vorbereitung ist das A und O

Sobald die Einladung da ist, sollte man den Termin telefonisch oder per Email bestätigen. Die Namen der Personen, mit denen man gesprochen hat, unbedingt notieren, um sie später verwenden zu können. Dann geht es los mit der Informationsbeschaffung. Zwei Dinge sind essentiell: Informationen über das Unternehmen und den Ausbildungsberuf sowie die Vorbereitung auf die gängigsten Fragen im Bewerbungsgespräch.

Informationen über das Unternehmen und den Ausbildungsberuf lassen sich einfach im Internet herausfinden, sie sollten aufgeschrieben und verinnerlicht werden. Notfalls kann man auch einen Zettel mit kurzen Stichpunkten zum Vorstellungsgespräch mitbringen. Nur, wer sich gründlich über den möglichen Arbeitgeber informiert hat, ist gut auf das Gespräch vorbereitet. Neben den Informationen über den Betrieb gibt es viele Fragen, die in fast allen Vorstellungsgesprächen gestellt werden, wie nach der persönlichen Eignung für den Beruf oder nach Stärken und Schwächen. Die Fragen können recherchiert werden, Antworten auf diese sollte man sich im Vorfeld überlegen. So kann man dann souverän antworten.

Grundsätzliches

Es gibt nur eine Chance für den ersten Eindruck! Daher sollte unbedingt auf ein gepflegtes Auftreten und passende Umgangsformen geachtet werden. Kaugummi kauen, Hände in den Hosentaschen oder ein klingelndes Handy sind absolut tabu, auch während man noch auf den eigentlichen Gesprächspartner wartet. Außerdem sollte man sich bemühen, zu allen Personen freundlich zu sein, zu lächeln und den Gegenüber immer ausreden zu lassen.

Der Händedruck zur Begrüßung und zur Verabschiedung sollte fest sein, Eintreten und Hinsetzen darf man sich erst, wenn man dazu aufgefordert wurde. Dass der Gesprächspartner gesiezt werden muss, ist selbstverständlich. Den Weg zum Vorstellungsgespräch sollte man vorher aufschreiben und einen zeitlichen Puffer einplanen. Es lohnt sich, die Umgebung vorher auf der Karte zu betrachten. Für den Fall, dass man sich trotzdem verspätet, unbedingt Kontaktdaten eines Ansprechpartner mitnehmen, um Bescheid geben zu können.

Kleidung

Die Kleidung beim Vorstellungsgespräch trägt maßgeblich zum Gesamteindruck bei und sollte mit Bedacht gewählt werden. Ist sie angemessen, signalisiert sie, dass man verstanden hat, worauf es ankommt. Um das zu bewirken, müssen einige Grundsätze beachtet werden. Alles, was man trägt, sollte sauber, gebügelt und ohne Löcher sein, außerdem muss es zum Unternehmen passen. Informationen dazu finden sich oft schon im Internet. Wenn sich die Mitarbeiter dort im Anzug präsentieren, ist dieser auch die richtige Wahl für das Vorstellungsgespräch.

Wohlfühlen sollte man sich in dem, was man trägt, trotzdem, daher ist es ratsam, die Kleidung vorher einmal zur Probe zu tragen. Das Outfit sollte dezent und schlicht sein, auffällige Accessoires, grelle Farben oder bunte Krawatten sollten gemieden werden. Letztlich will der Bewerber doch aufgrund seiner Persönlichkeit und nicht aufgrund seines Outfits in Erinnerung bleiben.

Parallel dazu sollte auch der Gesamteindruck gepflegt sein. Männer sollten sich rasieren, Frauen ein dezentes Makeup tragen. Fingernägel und Haare sollten gepflegt sein, die Schuhe geputzt und die Handtasche stimmig mit dem Gesamtauftritt. Auch sollten alle notwendigen Unterlagen in die Handtasche hinein passen. Piercings und Tattoos bestenfalls verdecken oder entfernen, da man nicht bei jedem Arbeitgeber auf Wohlwollen trifft.

Das Gespräch

Bei allen Gesprächen gibt es einen einfachen Ablauf. Zunächst begrüßen die Gesprächsteilnehmer sich, falls Getränke angeboten werden, bitte auf Alkohol verzichten. Dann gibt es einen kurzen Teil, in dem der Bewerber und das Unternehmen sich einander kurz vorstellen. Dies kann bereits im Vorfeld geübt werden, je besser man vorbereitet ist, desto schneller schwindet die Nervosität. Anschließend werden Fragen gestellt und beantwortet, es handelt sich hierbei um einen Dialog und nicht um ein Verhör.

Daher sollten die vorbereiteten Fragen mit in das Gespräch eingeflochten werden, sodass ein gelungener Informationsaustausch stattfinden kann. Zum Schluss, wenn alle Fragen geklärt sind, verabschieden sich die Gesprächsteilnehmer, hier bietet es sich an, dem Gesprächspartner nochmals für das Gespräch zu danken und ein weiteres Mal das eigene Interesse an der Stelle zu bekunden. Grundsätzlich gilt es, die Wahrheit zu sagen, nicht schlecht über vorherige Arbeitgeber zu sprechen und zu versuchen, alles möglichst positiv zu formulieren. „Ich suche nach neuen Herausforderungen“ klingt als Grund für einen Betriebswechsel freundlicher als „Bei meinem vorherigen Arbeitgeber habe ich mich gelangweilt“.

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die eigene Körpersprache. Am einfachsten ist es, sich aufrecht und mit beiden Füßen auf dem Boden hinzusetzen und den Gesprächspartner direkt anzugucken, das signalisiert Interesse und Ruhe. Wer zu Stressgesten, wie dem Klicken eines Kugelschreibers oder dem Drehen an der Armbanduhr neigt, sollte im Vorfeld bereits versuchen, diese zu unterbinden.

Unterlagen


Neben dem passenden Outfit und der gründlichen Vorbereitung ist es hilfreich, die richtigen Unterlagen mit zum Vorstellungsgespräch zu bringen. Dazu gehören, neben einem Notizblock und einem Stift, die Bewerbungsmappe in doppelter Ausführung. Einmal für den Bewerber und einmal für den Fall, dass dem Gesprächspartner die Unterlagen nicht vorliegen.

Außerdem empfiehlt es sich, das Einladungsschreiben mitzunehmen, auf ihm sind alle Informationen nochmals vermerkt. Wer unsicher ist, kann auch Notizen über das Unternehmen und die vorbereiteten Fragen mitnehmen, diese lassen sich unauffällig im Notizblock verstecken. Falls weitere Dokumente, wie ein Foto oder der Personalausweis gefordert sind, diese natürlich ebenfalls mitbringen. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

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